Kaum ein anderes Österreichisches Bundesland feiert den Fasching so intensiv und mit Leidenschaft wie Kärnten. Altüberliefertes Brauchtum wird dabei von modernen Faschingsaktivitäten ergänzt - Höhepunkt des närrischen Treibens ist der Faschingsdienstag (28. Feber 2017), wo quer durchs Land, außer in Villach, Umzüge stattfinden.

Villach ist Kärntens Faschingshochburg

Kärntens eigentliche Faschingshochburg ist - wie bereits vermutet - Villach. Und weil die Villacher den Klagenfurtern immer um einen Tick voraus sind bzw. sein wollen, findet der traditionelle Umzug mit Masken und reich geschmückten Wagen bereits am Faschingssamstag (25. Feber 2017) statt. 

Er wird von zehntausenden, größtenteils maskierten Passanten unter dem Zuruf des Villacher Faschingsgrußes „Lei-Lei“ gesäumt und bestaunt. Auch in den Villacher Geschäften und Gastronomiebetrieben sind die Mitarbeiter maskiert, in der gesamten Innenstadt herrscht bis spät in die Nacht eine ausgelassene Stimmung.

Faschingssitzungen

Bereits in den Wochen vor dem Faschingsdienstag wird in einigen Kärntner Städten und Gemeinden zu sogenannten Faschingssitzungen geladen, bei denen vor allem lokale Themen aufgegriffen und zur Belustigung der Zuseher in einem abendfüllenden Programm aufbereitet werden. Wie im Kärntner Brauchtum üblich, spielen auch bei diesen Veranstaltungen Gesang-, Musik- und Tanznummern eine gewichtige Rolle. 

Einen guten Ruf genießen neben den Faschingssitzungen in Villach (Villacher Faschingsgilde) und Klagenfurt (Stadtrichter zu Clagenfurth) auch kleinere Initiativen, wie beispielsweise in Bleiburg, St. Jakob im Rosental oder Feistritz im Drautal. Da wie dort heißt es: „Rechtzeitig Karten sichern!“. Die Höhepunkte des Villacher Faschings werden seit vielen Jahren am Faschingsdienstag im Hauptabendprogramm des ORF übertragen und zählen nach wie vor zu den beliebtesten Sendungen im ORF-Jahresverlauf.

Faschingsbräuche in Kärnten

Viele Faschingsbräuche entstanden zum Großteil im Mittelalter, die meisten von ihnen sind bereits in Vergessenheit geraten. Ein besonderes Überbleibsel ist das Bärentreiben und Schneebauen im Gebiet von Steuerberg und Sörg und gilt dem „Austreiben des Winters“.

Nur einen Tag nach dem Faschingsdienstag, am Aschermittwoch, beginnt für viele die 40tägige Fastenzeit bis Ostern, dem höchsten Fest im Kirchenjahr. In Kärnten besonders verbreitet sind Fastentücher, mit denen seit 1000 Jahren am Aschermittwoch die Altäre verhüllt werden. Jenes im Gurker Dom stammt aus dem Jahr 1458 und ist Kärntens ältestest, größtes und szenenreichstes Fastentuch.

Weitere Infos

Fasching in Villach
http://www.villacher-fasching.at 

Fasching in Klagenfurt
http://www.wai-wai.at 

Fastentücher in Kärnten - zu den Infos

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