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    Herbstlust

    Wein aus Kärnten?
    Ein Geheimtipp aus Österreich.

    Dass man in Österreich gut essen und trinken kann, ist bekannt. Dass es aber in Kärnten, das eher für seine über 1.000 Seen berühmt ist, hervorragenden Wein gibt, ist selbst den Österreichern kaum bewusst. Dabei blickt man im südlichsten Bundesland der Alpenrepublik auf über 1.100 Jahre Weintradition zurück.

    Fragt man einen Österreicher, wo in seiner Heimat Wein angebaut wird, werden die häufigsten Antworten „Steiermark“, „Burgenland“ oder „Niederösterreich“ sein. Kärntner Wein ist selbst im eigenen Land noch ein Geheimtipp. An der Qualität der edlen Tropfen liegt dies aber bestimmt nicht. Der Gründe dafür sind wohl eher die erst jüngst wieder aufgelebte Anbautradition und die geringen Mengen, in denen die edlen Tropfen hier produziert werden. Schließlich betreibt man in Kärnten erst seit 35 Jahren wieder professionellen Weinbau.

    Lange Tradition – der Wein der Kaiserin
    Bereits im Jahre 888 wurde erstmals Weinanbau im Kärntner Lavanttal erwähnt, immerhin stolze 70 Jahre vor dem mittlerweile weit bekannteren steirischen Wein. Im Hochmittelalter kam es dann durch die Etablierung zahlreicher geistlicher Zentren zu einer weiteren Verbreitung. Damals wurde vorwiegend Messwein erzeugt.
    Im 18. Jahrhundert gab es in Kärnten über 130 Hektar Weingärten. Und was hier angebaut wurde, war von so guter Qualität, dass selbst Kaiserin Maria Theresia zur Hochzeit ihres Sohnes den Kärntner Wein „Sittersdorfer Rötel“ liefern ließ.
    Verschiedene Faktoren waren danach für den Niedergang des Weinbaus in Kärnten verantwortlich: Zum einen wurde durch Zollerlässe der Import von Wein immer billiger. Zudem litten die Kärntner Rebstöcke unter Pilzbefall und auch das Klima entwickelte sich zu dieser Zeit nachteilig für den Weinbau.
    In den letzten Jahren wirkt sich der Klimawandel allerdings für Kärntens Wein wieder sehr positiv aus. Meteorologen sagen voraus, dass sich das Klima bis zum Jahr 2050 jenem der Toskana annähern soll.

    1972 setzte der Lavanttaler Winzer Herbert Gartner die Kärntner Weinbautradition aktiv fort. Viele Winzer der Region folgten seinem Beispiel. Heute bauen rund 120 Winzer auf rund 30 Hektar vor allem weiße aber auch rote Rebsorten an, die zu Wein verarbeitet werden. Gut 30.000 Flaschen des edlen Tropfens werden derzeit in Kärnten abgefüllt, in den kommenden vier Jahren sollen es schon 100.000 Flaschen sein. Zu den angebauten Rebsorten zählen Chardonnay, Sauvignon Blanc, Rheinriesling, Weißburgunder und Grauburgunder sowie Zweigelt und Pinot Noir. Pioniergeist muss gefördert werden und seit 2004 unterstützt ein eigenes Weinbaugesetz die Arbeit der Winzer. Da der Wein in Kärnten auch an wirtschaftlicher Relevanz gewinnt, gibt es nun seit mittlerweile zehn Jahren Ausbildungsmöglichkeiten zum Kärntner Winzer und Kellerwart.

    Qualität – natürlich aus Kärnten
    Nicht alles, was aus einer Rebe produziert werden kann, ist gleich ein edler Tropfen. Rund 30 bis 35 Winzer zählt man heute zum Kreis derer, die Qualität produzieren. Und diese wird auch kontrolliert. Der Arbeitskreis „Wein aus Kärnten“ gehört zum Landesweinbauverband Kärnten. Alle Weine, die auf der Website www.weinauskaernten.at gelistet werden, entsprechen einem Qualitätswein nach dem österreichischen Weingesetz und wurden bei den halbjährlichen Selektionsverkostungen positiv beurteilt.


    Die Kärntner Weinbauregionen
    5 Weinbauregionen unterscheidet man in Kärnten. Die derzeit wichtigste Region ist das Lavanttal. Hier fand die jüngste Weinbaugeschichte ihren Neuanfang, hier gibt es auch einen Weinlehrpfad. Als Rundweg durch die Wolfsberger Weingärten angelegt, zeigt der Verein “Lavanttaler Wein” auf insgesamt 8 Stationen alle Aspekte zum Thema Wein. Hier geht es um die aktuelle Sorten, die Böden, die umfangreiche Geschichte und auch die Weinbaubetriebe.
    Sittersdorf ist jene Region, die den Weltruf des Kärntner Weines begründete. Im 18. Jahrhundert wurde der hier angebaute Wein sogar in die Toskana und nach Spanien gebracht. Heute erinnert vor allem das jährliche Weinfest am 4. Sonntag im September an die lange Tradition.
    Das im südlichen Kärnten gelegene Trixnertal spielte damals wie heute eine wichtige Rolle im Kärntner Weinleben. Wein wurde schon vor 2500 Jahren hier getrunken:
    Im Herbst 2007 wurden bei archäologischen Grabungen in St. Georgen am Weinberg Teile eines Weinmischgefäßes gefunden, das mit Darstellungen der Weinbereitung verziert ist.
    Die Umgebung von St. Veit an der Glan und dem Längsee verzeichnet in den letzten beiden Jahren den größten Zuwachs an Rebflächen. Der Weinbau lebt in dieser Region nach einer Pause von mehreren Jahrhunderten nun wieder auf.
    Die Weinbautradition von Feldkirchen-Ossiachersee belegen Ortsnamen wie „Stöckelweingarten“. 2002 wurde hier der erste regionale Weinbauverein Kärntens gegründet, der heute über 40 Mitglieder zählt.
    Über dem Wörthersee liegt das 1,2 Hektar große Weingut der Stadt Klagenfurt, auf dem rund 2600 Rebstöcke hervorragenden Wein liefern. Die Weinbauern am See, in Karnburg, Moosburg und Viktring zählen ebenfalls zur Weinbauregion Klagenfurt-Wörthersee. Hier hat sich auch der gebürtige Texaner Sem Kegley niedergelassen, der heute gemeinsam mit Georg Lexer den größten Kärntner Weingarten bewirtschaftet.

    Wer den Kärntner Wein probieren möchte, sollte dies am besten vor Ort tun. In zahlreichen Vinotheken wird eine große Auswahl zum Kosten und Kaufen angeboten, so zum Beispiel in Klagenfurt in der Vinothek Jäger oder im Alpe-Adria Weindepot. Besonders interessant ist natürlich auch der Besuch beim Winzer direkt, zahlreiche Weinbauern bieten Ab-Hof-Verkauf an. Nähere Informationen zum Thema Wein aus Kärnten gibt es auf der Website www.weinauskaernten.at

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