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    Herbstlust

    Der Maibaum

    Glück, Segen und Fruchtbarkeit wird von den verschiedenen Bäumen und Baumzweigen erwartet. Dies gilt für den Weihnachtsbaum, die Rute am „Unschuldigen Kindertag“ mit der die Frühlingskraft des Zweiges auf den Menschen übertragen werden soll. Auch vom Palmbuschen (Unterkärnten) und vom Palmbesen (Oberkärnten) erwartet man sich Glück und Abwehr negativer Ereignisse.

    Das "Gleichenbäumchen" der Bauherren soll ebenfalls Glück und Segen denen bringen, die im Haus wohnen werden. In diese Gruppe gehört auch der "Maibaum", von dem Glück, Segen, Wohlstand und Gedeihen erhofft werden.
    Für den Landwirt war diese erwartete Hilfe von besonderer Bedeutung. Der Winter war zwar überwunden, die Eisheiligen konnten jedoch die Obsternte vernichten und die "Schafskälte" im Juni dem Wachsen schaden sowie ein Unwetter Unheil anrichten.

    Mädchen, deren Lebenswandel den Vorstellungen der Gemeindebürger nicht entsprach, bekamen einen besonderen Maibaum, den sog. "Schandmaien"- einen dürren Baum oder einen Buschen Stroh. Sie wurden vor das Fenster des Mädchens gestellt.

    Es ist ein alter Brauch, den Maibaum einer bestimmten Person zu widmen, etwa dem Bürgermeister, Pfarrer, Lehrer oder einem jungen Ehepaar.

    Damit aus der Fichte oder Tanne ein echter Maibaum (Lebensbaum) wird, ist brauchtumsmäßig einiges zu beachten, wobei es nach Tälern Unterschiede gibt.

    Zunächst soll der Baum in der Walpurgisnacht, der Festnacht der Hexen, geschlägert werden (Nacht vor dem 1. Mai). Im Gailtal, Gurk- und Mölltal, am Wörthersee und bei den Slowenen in Unterkärnten wurde der Baum ohne Wissen des Besitzers vom Nachbargrund geholt. Dieser alte Brauch stammt noch aus einer Zeit, als es den allgemeinen Waldbesitz gab. Mit der Aufteilung der Waldungen auf einzelne Besitzer änderte sich naturgemäß die Einstellung zu diesem Brauch. Freiwillige Spenden haben ihn teilweise ersetzt.
    Die Äste und Rinde werden entfernt. Der Wipfel bleibt unversehrt und wird mit bunten Bändern sowie Preisen geschmückt (Würste, Früchte, Tücher, Wein, Säckchen mit Geld u.a.m.). Zumeist hängt unter dem Wipfel ein grüner Kranz mit Fähnchen und Süßigkeiten.

    Einen besonderen Höhepunkt stellt das traditionelle, händische Aufstellen des "Segensbaumes" dar. In Pörtschach am Wörthersee kann man es noch in schönster Form miterleben. Auch Lied, Tanz und Musik erweitern die Brauchhandlung.

    Das „Maibaumkraxln“ ist in allen Tälern Kärntens die "große Herausforderung" der Jugend. Damit es besonders schwierig wird, wird der Baumschaft oft mit Wachs oder Seife geglättet. Findige Baumkletterer wissen sich mit Pech und Asche zu helfen.

    Der Maibaum bleibt gewöhnlich bis zum Kirchtag stehen, oft bis zu einem bestimmten Tag im Herbst damit er seine segensreiche Kraft möglichst bis zum Ende der Ernte entfalten kann. Das schöne und gut getrocknete Holz des Maibaumes wurde nach seiner Versteigerung gerne zu Leitern verarbeitet.

    Eine Besonderheit rund um den Maibaumbrauch stellt das "Baumstehlen" des gefällten und aufgestellten Baumes dar. Die ersten Tage und Nächte (eine Nacht bis drei Nächte je nach Tal) ist der Maibaum gefährdet.
    Es ist für jede Gemeinde eine große Peinlichkeit, wenn ihr der Maibaum gestohlen wird. Daher legt man auf einen guten Schutz besonderen Wert. Man armiert den Stamm mit Eisen und organisiert einen guten Wachdienst. Die Verwendung von Kranwägen und
    Motorsägen beim Stehlen ist aus der Sicht des Brauchtums abzulehnen.
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