Baden und Frühstücken in Kärnten, Golfen in Slowenien und Abendessen in Italien

Für Golfer ist Kärnten nicht nur wegen seiner verschiedenartigen Golfplätze eine ganz besondere Destination. Aufgrund der Lage im Dreiländereck von Italien, Slowenien und Österreich besteht auch die Möglichkeit, drei Länder an einem Tag zu besuchen, Golf zu spielen und die kulinarischen Besonderheiten des jeweiligen Landes kennenzulernen. Basis für die besondere Idee liefert die Alpe-Adria-Golf Card, die das Golfen auf mehr als 20 der schönsten Plätze in Kärnten, Slowenien und Friaul-Julisch Venetien möglich macht.

 

3 Länder an einem Tag? Das klingt stressig. Mein Kollege Markus und ich treten den Echtheitsbeweis an, dass es keineswegs so ist, wie es klingt. Vielmehr geht es um Genuss pur. Doch der Reihe nach...

Gestartet wird am Wörthersee in Kärnten

Wir starten unseren Tag um 7.45 Uhr im Werzer’s Hotel in Pörtschach am Wörthersee – eines der knapp 40 Partnerhotels der Alpe-Adria-Golf Card. Es ist der 12. Juni und der See hat bereits angenehme 21 Grad. Den Sprung ins erfrischende Nass, der den Tag so richtig gut beginnen lässt, haben wir bereits hinter uns. Absolut tiefenentspannt geht es zum Frühstücksbuffet. Eine Auswahl, die keine Wünsche offen lässt und sogar ein eigenes Eck, in dem jede Menge Kärntner Schmankerln in bester Qualität zu finden sind. Von Kärntner Speck über Glundner Käse und Honig bis Käsespezialitäten. Wir lassen es uns auf der Seeterrasse schmecken und der Blick schweift über den Wörthersee, umringt von den umliegenden Bergen. Ein Blickfang am Horizont – der Pyramidenkogel mit dem weltweit höchsten Holzaussichtsturm. Wäre auch wieder einmal einen Ausflug wert – denke ich mir, während ich das zarte Gebäck auf der Zunge zergehen lasse. Ein Vergnügen, das hingegen nur wenige Meter entfernt liegt – das historische Werzer’s Badehaus direkt am Wasser mit Spa, Sunset Suite und Restaurant.

Die Golfausrüstung befindet sich bereits im Wagen, knapp nach 9 Uhr düsen wir Richtung Bled. Wenn man’s genau nimmt, bräuchten wir gar nicht wegfahren. Schließlich sind allein in nächster Nähe zum Wörthersee drei Plätze zu finden. Aber, das Abenteuer und die Abwechslung rufen: Diesmal ist die Wahl auf einen ganz besonderen Golfplatz in Slowenien gefallen: Royal Bled Golf Course, der älteste und größte Golfplatz unseres südlichen Nachbarlandes, der im August sein 80-Jahr-Jubiläum mit einem großen Turnier feiert. Von Pörtschach am Wörthersee geht es über die Autobahn Richtung Karawankentunnel (A11). Für den knapp 8 km langen Tunnel ist eine Maut von 7,20 zu bezahlen. Nicht vergessen: Auf der Autobahn in Slowenien benötigt man eine Vignette, die im Vorfeld zu kaufen ist.

Der erste Blick trügt nicht:

Royal Bled Golf Course in Slowenien

Den Abschlag haben wir für 10.30 Uhr reserviert. Kein Problem, den erreichen wird trotz Mautstelle locker. Wir nehmen von der Autobahn die Abfahrt Nummer 3 (Lesce) und nach 2 Kilometern auf der Bundesstraße zeigt der Pfeil mit Royal Bled Richtung rechts und Wald. Nach einem Kilometer ist das Ziel erreicht. Schon der erste Blick macht klar. Hier befindet sich ein verstecktes Paradies für Golfer - mit dem von Golf-Architekt Donald Harradine designten King’s Course (18 Loch) und Lake Course (9 Loch).

Manager Aljosa Berc erwartet uns bereits – zeigt uns stolz das neue Clubhaus, das höchste Ansprüche erfüllt. Mein persönlicher Favorit ist der Aufenthaltsbereich samt die Nassräume für die Clubmitglieder. Sehr chic! Apropos Clubmitglied. Dies wird man hier nur auf Empfehlung. Der Golfclub, der heuer sein 80jähriges Bestandsjubiläum feiert, setzt auf höchstes Niveau, feinsten Service und wenig Turniere. Die High-Tech Academy Boxen mit PGA Golf Professionals als Trainer sind einzigartig in Europa. Im Greenfee inkludiert sind Tees, Pitchgabel und Getränke sowie um Juni auch Chart mit Navigation (Distanzmesser zur Fahne, Return-to-path-Funktion), Kühlbox und Schlägerwaschanlage.

„Schönes Spiel“ – voll motiviert legen wir am King’s Cours los und nutzen auf den ersten drei Löchern gleich alles, was das Platz zu bieten hat: Mitunter auch Bunker und Wald. Ab Loch Nummer 6 mischt auch jede Menge Wasser mit. Die tiefe Mulde beim 7er-Abschlag sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden. Das Fahren mit dem Cart ist manchmal etwas mühsam – sobald man die markierten Wege nur um Zentimeter verlässt, stoppt das Fahrzeug und ist nur mehr im Retourgang zu bewegen.

Zur Half-Way stärken wir uns mit einer lokalen Spezialität, die sich auch in Kärnten großer Beliebtheit erfreut: Cremeschnitten aus Bled. Natürlich hätte es auch andere regionale Spezialitäten mit Zutaten aus der Region gegeben, doch da wir uns beim Frühstück ordentlich gestärkt haben, reicht die schmackhafte Süßspeise für die kommenden 9 Löcher völlig aus. Schließlich haben wir ja auch noch ein Abendessen geplant – im dritten Land, das wir heute besuchen, in Italien.

Die kommenden 9 Löcher haben es sich in sich – Wasser und Bunker fordern das ganze spielerische und taktische Können. Beim letzten Loch, knapp nach 15 Uhr ist klar: Ich habe beim Zählwettspiel gegen meinen Kollegen ein Mittagessen in der kommenden Woche verloren... Wir nehmen noch einen Drink auf der neuen Clubterrasse und staunen noch einmal über die geschmackvoll angelegte Anlage mit dem alten Baumbestand und den raffinierten Kursen. Bei unserer Runde im Juni war das neue King’s Club House noch nicht in Betrieb – es hat wenige Tage später geöffnet und steht seither mit allem nur erdenklichen (kulinarischen) Luxus für die Gäste bereit.

Um 16 Uhr verlassen wir Bled und beginnen unsere Fahrt Richtung Tarvis in Italien. Hier befindet sich nicht nur der 18-Loch-Golfkurs Senza Confini Tarvisio, sondern diesem angeschlossen auch ein fantastisches Restaurant namens Ilija. Unsere Route: Zuerst zurück auf die Autobahn, dann Abfahrt Jesenice und dann immer dem Wegweiser Tarvisio folgen.

Tarvis/Italien: Kochkünste gleich neben dem Grün

Nach nur einer Stunde Fahrzeit, um 17 Uhr, treffen wir Ilija Pejic, der seit 10 Jahren Gäste aus dem In- und Ausland mit seinen Kochkünsten verwöhnt aber auch immer wieder mit berühmten internationalen Köchen gemeinsam an seinem Herd steht. Sein Credo: Traditionell, regional - aus dem Einfachen das Besondere machen. Wie bestellen unsere Speisenfolge, wie es alle machen, die seine Küche kennen: „Ilija, mach du“. Und so kommen in raffinierter Zubereitung und mit kunstvollem Aussehen Thunfisch mit Olivenöl, Gambas in Tempura und Ravioli mit Montasio, Polenta und Parmesan. Anschließend warten noch Spaghetti aglio olio mit Jacobsmuscheln, Tiramisu und Crema Catalana. Was für ein einzigartiger Genuss! Einen, den nicht nur Golfer zu schätzen wissen. 70 Prozent seiner Gäste golfen nämlich gar nicht. Seit heuer ist das Ilija auch eine Empfehlung des Guide Michelin. Einige der fangfrischen Fische auf der Karte kommen direkt aus der Oberen Adria.

Das Restaurant hat ganzjährig, die Küche täglich ab 12 Uhr geöffnet. Auch die Weinkarte bzw. der Weinkeller können sich sehen lassen:  130 verschiedene Sorten sorgen dafür, dass zu jedem Gericht und für jeden Geschmack der passende Tropfen gefunden wird.

Auch der schönste Tag geht einmal dem Ende zu.

Und so verlassen wir um 18:45 Uhr Tarvis und erreichen um 19:30 wieder Klagenfurt am Wörthersee. Kaum zu glauben, was wir in knapp 12 Stunden alles erlebt haben. Völlig ohne Stress und Hektik. Eigentlich können wir jetzt noch einen Sprung in den Wörthersee machen...

Ute Zaworka

 

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