Tipps vom Kärntner Golf-Profi Florian Prägant

Warum bleiben beim kurzen Spiel so viele Punkte liegen? Ist Aufwärmen wirklich wichtig? Welche Rolle spielt auch bei Hobbyspielern die mentale Stärke? Mein Ball ist im Bunker, wie komme ich hier heraus? Was muss ich vor meinem ersten Turnier wissen? Wer sich diese Fragen stellt und ehrliche Antworten möchte, sollte weiterlesen.

Golfanlage Bad Kleinkirchheim

„Ich liebe Golf, seitdem ich 8 bin. Ich wusste seit jeher, dass ich Golfprofi werden möchte!“

Steckbrief:
Geboren: 1983
Wohnort: Kärnten
Golf Professional seit 200
Mehrfacher Staatsmeister

Golfen in Kärnten
Florian Prägant
Florian Prägant

1. Folge „Kurzes Spiel“

  • Warum bleiben die meisten Punkte beim kurzen Spiel liegen?
    Weil der Fokus beim Training meist auf dem langen Spiel liegt, das Kurzspiel wird oft zu wenig trainiert.
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  • Was sind die größten Probleme beim kurzen Spiel?
    Dass der Ball nicht konstant genug getroffen wird, dadurch ergibt sich eben das Längenproblem - manchmal trifft man ihn fett, dünn,...
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  • Was hilft dabei, um die Fehler auszuräumen?
    Einerseits mehr Üben, damit man eine gewisse Konstanz bei den Schlägen erreicht. Andererseits: Mehr variieren, also verschiedene Schläger von der gleichen Stelle weg nehmen. Es gibt so viele Möglichkeiten, oft einfachere Lösungen, um zum Loch zu kommen. Die meisten Spieler nehmen jedoch immer denselben Schläger.

2. Folge „Aufwärmen und Einschlagen“

  • Kaltstart? Wozu vor der Runde aufwärmen?
    Ein Kaltstart ist ok, wenn man bei den ersten Löchern nicht gleich zu viel will. Das heißt also also dementsprechend schwingen bzw. den Ball nur ins Spiel bringen. Wenn man von Anfang an gleich Vollgas geben möchte, empfiehlt sich das Aufwärmen natürlich – auch, um Verletzungen vorzubeugen.
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  • Wie soll das Aufwärmen aussehen?
    Die Aufwärmroutine Ist von Person zu Person verschieden. Anzudenken ist etwa eine Einschlagphase von 10-60 Minuten, ein paar Mobilisationsübungen oder aber eine Variation aus beidem.
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  • Gibt es einen speziellen Ablauf, der beim Einschlagen eingehalten werden soll?
    Ebenso wie beim Aufwärmen ist auch der Ablauf beim Einschlagen sehr individuell. Einige Spieler machen nur Kurzspiel. Andere hingegen – vermutlich die Mehrheit der Tourspieler - starten mit kurzen Pitches und gehen rauf bis zum Driver, danach geht’s erst zum Kurzspiel. Oder es wird mit Putten gestartet und dann geht es weiter auf die Driving Range. Die letzten Schläge werden oft mit dem Schläger gemacht, den man auch am ersten Loch verwendet.
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  • Wie machen das die Profis unmittelbar vor einem Turnierstart?
    Die meisten Profis haben ein Warm-Up-Programm, das noch im Hotelzimmer oder im Clubhaus gemacht wird – Stretching, Faszienrolle, etc. Kurz vor Spielbeginn geht’s auf die Driving Range und aufs Putting Green. Die Dauer der Vorbereitung auf die Runde dauert zwischen 30 und 90 Minuten.

3. Folge „Mentale Stärke“

  • Für den Golf-Profi ist mentale Stärke extrem wichtig. Wie wichtig ist sie für den Hobby-Spieler?
    Mentale Stärke ist für den Profi-Golfer wie auch für einen Amateurspieler sehr wichtig. Oft werden Löcher schlecht gespielt, weil man Angst vor einem gewissen Schlag hat. Mit einem guten Selbstvertrauen lässt sich jedoch auch mit einer nicht so guten Tagesverfassung ein tolles Ergebnis erspielen. Sehr oft werden auch schlechte Entscheidungen getroffen, die einen guten Score zerstören. Hier gilt es, das Vorangegangene abzuhaken und einen Schlag nach dem anderen zu spielen.
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  • Welches einfache Mittel kann helfen, die mentale Stärke auszubauen?
    Ein einfaches Mittel gibt es leider nicht. Was jedoch hilft, ist kontinuierliches Üben, um dadurch das Selbstvertrauen zu stärken.
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  • Wenn während des Spiels plötzlich gar nichts mehr geht. Gibt’s ein „Nothilfeprogramm“?
    Man sollte „mit dem spielen“, was man in diesem Moment hat. Auf keinen Fall sollte man Schläge machen, die zu 80% schiefgehen könnten. Wunschschläge sollte man besser auf einen anderen Tag verschieben.

4. Folge „Bunkerschläge“

  • Ein Platz mit vielen Bunkern treibt Golfspieler nicht selten Schweißperlen auf die Stirn. Warum ist das Ihrer Meinung so?
    Weil Bunkerschläge selten trainiert werden. Ein Grund könnte auch sein, dass so mancher Golfspieler aus dem Bunker zu viel möchte, anstatt nur aufs Grün zu spielen.
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  • Was ist beim Schlag aus dem Sand zu beachten?
    Für mich ist es beispielsweise wichtig, das Gewicht leicht links zu haben und das während des gesamten Schwungs - auch der Ball ist mehr links im Stand. Das sollte jedoch jeder selbst ausprobieren, zumal es viele Varianten gibt, aus dem Bunker herauszuspielen. Hier gilt also zu experimentieren!!
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  • Was tun, wenn der Bunker besonders tief ist?
    Seitlich rausspielen.
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  • Wie lautet der Tipp des Profis?
    Nicht reinspielen, wenn man Probleme damit hat. Also einen guten Spielplan haben. ;) 

5. Folge „Mein erstes Turnier“

  • Wie bereite ich mich vor?
    Hier empfehle ich Amateuren, die Tage vor dem Turnier am Platz zu spielen und ein paar Löcher zu gehen. Grundsätzlich hilft es sehr, sein eigenes Spiel besser kennenzulernen, um gewissen Gefahren aus dem Weg gehen zu können. Je nachdem, wo meine Stärken und Schwächen liegen, kann man einen entsprechenden Spielplan erarbeiten.
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  • Was muss ich auf jeden Fall wissen?
    Vor meinem ersten Turnier muss ich auf alle Fälle die wichtigsten Golfregeln sowie die Etikette kennen. Außerdem ist es wichtig, den Spielfluss nicht unnötig zu unterbrechen - wenn nötig: den Ball aufheben.
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  • Was sollte mir auf gar keinen Fall passieren?
    Dass ich vor lauter Aufregung und eigenem Anspruch die Freude am Golf verliere.

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