Wir lad´n zum Had´n

Der Had´n: Gesundes Kraftkorn aus Südkärnten

Schade, der letzte Bissen der Jauntaler Had´ntorte schmilzt gerade auf meinem Gaumen. Meine erste glutenfreie Torte hat mich geschmacklich völlig überzeugt. Und: Auch nach dem Genuss liegt mir die süße „Verführung“ nicht im Magen. 

Wir sitzen in der urigen Gaststube des Had´nwirts Hafner, einem 200 Jahre alten Landgasthaus in der Gemeinde Neuhaus, mitten in einer der wildromantischsten Gegenden Südkärntens, knapp 4 Kilometer von der Grenze zu Slowenien entfernt. Wirtin Sabine Rupitz hat gerade die berühmte Had´ntorte vor unseren Augen in einem atemberaubenden Tempo mit Schlagobers und einer Mischung aus Preisel- und Himbeeren frisch gefüllt und gekonnt dekoriert. 

Peter und Sabine Rupitz kochen gerne und kreativ mit dem Had´n: Had´nkranznudel, Had´nravioli, Had´npalatschinken mit Grantenschleck (Preiselbeermarmelade), Had´nwienerschnitzel oder Had´nspätzle stehen auf ihrer Speisekarte. Und natürlich die berühmte Had´ntorte.

Die Wirtsfamilie und zahlreiche andere Jauntaler Land- und Gastwirte und die aktive Dorfgemeinschaft Neuhaus mit Obmann Josef Hirm engagiert sich seit 1997 im Verein „Wir laden zum Had´n“. Mit Witz und Enthusiasmus hat uns Obmann Hirm gerade vorher im Jauntaler Had´nzentrum für den Had´n - den Buchweizen - begeistert.

Hadnfeld bzw. Buchweizen in der Region Klopeiner See

Jauntaler Hadn

Während weltweit der Anbau von Buchweizen rückläufig ist, wehrt sich sein Verein gegen das Vergessen eines alten Kraftkorns:

Der Buchweizen heißt in Südkärnten „Had´n“, weil er vermutlich durch die heidnischen Tartaren den Weg von Asien nach Kärnten gefunden hat. Der rosablühende Had´n ist kein Getreide sondern eine Knöterichpflanze aus der Familie der Sauerampfer. Somit ist sie als glutenfreie Pflanze besonders für Zöliakie-Patienten aber auch für alle Gesundheitsbewussten ein ideales Nahrungsmittel.

 

 

Früher wurde der Had´n in Südkärnten und der Südsteiermark zum morgendlichen Had´nsterz verkocht, fast jede Großmutter hat dieses traditionelle Frühstück zubereitet. Der jüngeren Generation fehlt aber oft dieses Wissen, die alte Kulturpflanze drohte in Vergessenheit zu geraten. Vielleicht auch weil der Had´nsterz als „Arme-Leute-Essen“ bekannt war.

Gegen diesen Trend ist die Genussregion „Jauntaler Had´n“ erfolgreich angetreten: Die kleine Gemeinde Neuhaus mit ihren 1100 Einwohnern ist das Zentrum dieser Initiative. Hier ticken die Uhren anders, sogar die Kirchturmuhr am Dorfplatz von Schwabegg ist stehengeblieben. Von Klagenfurt ist man in rund 40 Minuten im schönen Jauntal: Die Straße schlängelt sich durch Wälder, vorbei an einer spektakulären Hängebrücke über die Drau, durch die weitläufige Hügellandschaft Südkärntens. 

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Herzstück des Zentrums ist die „Had´nmühle“

Die Had'nmühle

Die Had'nmühle

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Der Hadn ist fertig

Der Had'n

Der Had'n

In Schwabegg steht das „Had´nzentrum“, direkt neben der Kirche, zentral am Dorfplatz. Wo während des bekannten „Had´nfestes“ seit mehr als 20 Jahren immer wieder zwischen 2500 und 4000 Gäste bewirtet werden, begrüßt uns Obmann Hirm in einem wunderschön renovierten Holzhaus, dem „Jauntaler Had´nzentrum“.

Herzstück des Zentrums ist die „Had´nmühle“, die Mitarbeiter Hubert Hriebernik bedient, daneben gibt es einen großen Vortragsraum, Büros und einen Verkaufsraum. Die hier produzierten Mahlerzeugnisse dürfen das Etikett „Geprüft glutenfrei“ tragen, gemahlen wird von Montag bis Mittwoch, die Produkte werden am Wochenende dann mahlfrisch ausgeliefert.

Hirm zeigt uns stolz den Had´nreis (geschälter Buchweizen), Had´nchips, Had´nbusserl, die neben dem Had´ngriess und dem Had´nmehl verkauft werden. „Die Had´ntorte ist aber unser wichtigster Werbeträger“ erzählt Josef Hirm und lacht: „Es gibt aber kein einheitliches Rezept, jeder Wirt macht die Torte anders“.  

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Hadnprodukte

Produkte vom Kärntner Had´n

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Hadn-Chips zum Knabbern

Had'n Chips zum Knabbern

Had'n Chips zum Knabbern

Als der Verein mit seiner Arbeit für den Had´n begann, wurden im Jauntal 20 Hektar mit der rosablühenden Pflanze bebaut. Mittlerweile sind es stolze 150 Hektar, der Verein setzt durch seine innovativen Produkte jährlich eine fünfstellige Summe um.

Das Buch „Kraftkorn Had´n“ mit vielen Rezeptideen ist eines der wichtigsten Produkte des Vereins. „Heute wissen wir, dass wir den Titel anders formulieren hätten sollen – „Gesunde Ernährung mit Had´n" - wäre besser gewesen“ sagt Hirm selbstkritisch: „Die Allergien nehmen leider immer mehr zu, das Gesundheitsbewusstsein hat neue Dimensionen angenommen: Gerade hier stellt der Had´n eine wesentliche Komponente einer gesunden Ernährung dar“.

„In Österreich werden 14 Sorten Had´n angebaut, allerdings sind nur 3 davon für den menschlichen Verzehr bestimmt. Der Rest wird für medizinische Zwecke verwendet“ erzählt der umtriebige Vereinsobmann. 1999 wurde der Buchweizen sogar als „Arzneipflanze des Jahres“ ausgezeichnet.

Das Buch „Kraftkorn Hadn“

Das Buch „Kraftkorn Hadn“

Mit den Jauntaler Genusstouren „Had´n erleben“ ladet Hirm Touristen und interessierte Gruppen zu einem spannenden Tag im Jauntal ein: Neben den Sehenswürdigkeiten und kulturellen Angeboten drehen sich die Ausflüge immer um den Genuss der Had´n-Kulinarik. Aber auch Schulklassen sind immer wieder auf Besuch im „Had´nzentrum“.

Die Begeistertung für den Had'n hat uns angesteckt, auch die Kostprobe der Had'nbusserl erfreut unsere Geschmacksknospen. Vor allem haben wir aber eins gelernt: Glutenfrei heißt nicht geschmacksfrei, sondern kann (im Idealfall wie beim Hafnerwirt) auch wirklich köstlich sein.


Kontakt

Genussregion Jauntaler Had'n
Obmann: Josef Hirm
Oberdorf 4
9155 Neuhaus
Tel.: +43 664 6272865
mail@hadn.info 
www.hadn.info/

Zum Had'n Shop

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