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    Herbstlust

    Vier- und Dreibergelauf am 17. April 2015

    Vergebung nach vier Gipfeln
    Jedes Jahr am zweiten Freitag (17. April 2015) nach Ostern begeben sich in Mittelkärnten tausende Pilger auf den traditionellen Vierbergelauf. Dabei erstürmen sie vier Berggipfel, 50 Kilometer und 2.500 Höhenmeter in etwa 16 Stunden – und alles nur, um ihre Sünden loszuwerden.

    Um Mitternacht beginnt vom Magdalensberg der Pilgermarsch. Unter Glockenläuten und mit entzündeten Fackeln, folgen die Teilnehmer dem Vorbeter in die Nacht hinaus. „Jeder Vierbergler weiß, es ist zwar ein sehr anstrengendes Brauchtum, aber auch ein wunderschönes“, so beschreibt ein Teilnehmer den Pilgerlauf. „Wenn die ersten Anstiege geschafft sind, entschädigt die aufgehende Sonne am Ulrichsberg mit der atemberaubenden Aussicht auf Klagenfurt für die Strapazen.“ Krönender Abschluss der Pilgerwanderung ist am Abend der Lorenziberg. Während der Wanderung sammeln viele Pilger das sogenannte Berglerlaub, Zweige immergrüner Pflanzen, die geweiht und später für religiöse Rituale verwendet werden. Auch Getreidekörner tauscht man gerne gegen eine Handvoll geweihter Körner. Sie werden unter das Saatgetreide gemischt und sollen eine reiche Ernte bescheren. Fleißigen Pilgern, die dreimal am Vierbergelauf teilnehmen, verspricht die Legende einen sicheren Platz im Paradies. Und so schnüren jedes Jahr erneut viele Pilger ihre Wanderschuhe, denn die Legende besagt auch, dass der Brauch des Vierbergelaufs niemals aufhören darf, sonst würde die Welt untergehen. Die nächste Wallfahrt startet mit der Mitternachtsmesse auf dem Magdalensberg am 17. April 2015.

    Der Vierbergelauf - Ein alter Kärntner Brauch

    Vier Berge in der Nähe der Stadt St. Veit an der Glan – im Mittelalter die Hauptstadt Kärntens – spielen für den Brauch eine wichtige Rolle:


    Magdalensberg, 1059 m
    Ulrichsberg, 1022 m
    Veitsberg, 1171 m
    Lorenziberg, 971 m


    Jedes Jahr am zweiten Freitag nach Ostern, am "Dreinagelfreitag" (so benannt nach den drei Nägeln, mit denen Jesus ans Kreuz geheftet wurde), führt vom ersten über die beiden nächsten bis zum vierten Berggipfel eine Wallfahrt, die "Vierbergelauf" heißt.

    Einige tausend Pilger legen eine Strecke von über 50 Kilometern innerhalb von ca. 16 Stunden zurück. 5 heilige Messen werden auf diesem Weg gelesen und 3 religiöse Andachten gehalten. Der Zug der Wallfahrer, die unterwegs zahlreiche Rosenkränze und Litaneien beten sollen, wird angeführt von Kreuzträgern und Vorbetern.
    Die Teilnehmer – genannt die "(Vier)bergler" – erhoffen sich, dass der geheime Wunsch, den sie auf den beschwerlichen Pilgerweg mitnehmen, in Erfüllung geht und dass sie von ihrer Sündenschuld befreit werden. In den Beschwernissen der Fußwanderung wird das Leiden Christi nachempfunden. Wer dreimal am Vierbergelauf teilnimmt, dem soll ein Platz im Paradies gesichert sein.
    Der Brauch des Vierbergelaufs darf niemals aufhören, sonst würde die Welt untergehen.

    Zeitlicher Ablauf von der Mitternachtsmesse auf dem Magdalensberg bis zur Schlussandacht auf dem Lorenziberg:

    5 Messen
    : 0:00 Uhr (Magdalensberg) – 4:30 Uhr (Pörtschach am Berg) – 7:00 Uhr (Feldmesse mit dem Diözesanbischof in Karnberg) – 8:00 Uhr (Zweikirchen) – 11:00 Uhr (Liemberg)
    3 Andachten: 13:30 Uhr (Gradenegg) – 15:00 Uhr (Sörg) – 16.30 Uhr (Lorenziberg)
    Die Wallfahrer werden von den Bauern, die an dem Pilgerweg wohnen, mit Brot, Most, Milch und Äpfeln bewirtet. Den Kindern, die am Wegrand warten, schenken die Pilger Süßigkeiten.

    Zwei Besonderheiten verdienen Beachtung:

    das "Berglerlaub" (oder Bergerlaub): Viele Pilger sammeln auf den Bergen Triebe oder Zweige bestimmter immergrüner Pflanzen (z.B. Bärlapp, Wacholder, Efeu, Fichte, Buchsbaum), die als Büschel auf die vorangetragenen Kreuze, auf die Hüte oder Rucksäcke gesteckt werden. Die geweihten Zweige werden nach Hause mitgenommen und für kultische Zwecke bzw. religiöse Rituale aufbewahrt. Sie schützen vor dem Teufel, vor Hexen und Zauberern. (weitere Informationen )
    der "Körnertausch": Einige Wallfahrer tauschen eine Handvoll mitgebrachter Getreidekörner gegen geweihte Körner, die an bestimmten Orten in Schalen oder Körben bereitstehen. Die geweihten Körner mischen sie daheim unter das Saatgetreide. Davon erhoffen sie sich eine reiche Ernte.

    Ist der Vierbergelauf eine von jeher christliche Wallfahrt oder ein christlich überformter vorchristlicher Brauch?

    Früher hat man vermutet, dass diesem Brauch ein alter Fruchtbarkeitskult zugrundeliegt, der bis in die keltische Zeit zurückreicht.

    Die Kelten lebten hier in den vorchristlichen Jahrhunderten in einem Königreich namens Noricum, das die Römer im Jahr 15 v. Chr. eroberten und annektierten.

    Aber historisch nachweisen lässt sich der Brauch, der sich im Lauf der Jahrhunderte immer wieder gewandelt hat, erst seit dem späten Mittelalter.

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    Mit dem Postbus zum Vierbergelauf

    Der Postbus und die ÖBB bietet Ihnen eine komfortable Anreise zum Magdalensberg und vom Lorenziberg (Parkplatz Nußberg) wieder nach Hause.

    Hinfahrt direkt zum Ausgangsort des Vierbergelaufs (Magdalensberg)

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    Jauntaler Dreibergelauf
    Der Weg der "Dreibergler" von Dr. Rudolf Hanak

    Die Wallfahrt beginnt mit einer Mitternachtsmesse in der schönen Wallfahrtskirche am Lisnaberg; danach führt der Weg steil abwärts durch die Dobrowa nach Lippitzbach. Von dort geht es über die Ortschaft Aich zum Kirchlein St. Luzia, wo von einem Diakon eine Andacht gehalten wird. Das Kirchlein St. Luzia ist durch seine herrliche Holzdecke (aus dem 17. Jh.), bemalt mit Heiligenfiguren, ein künstlerisch schön gestaltetes Gotteshaus.
    Hier wird auch die erste große Rast mit Unterkärntner Reindling, Brötchen und warmem Tee, liebevoll vorbereitet von den Bäuerinnen der Ortschaft Aich, gemacht.
    Am frühen Morgen wird dann die nächste heilige Messe in der Wallfahrtskirche Heiligenstadt gefeiert. Hierauf gibt es warme Krapfen und heißen Kaffee als Labung für die nunmehr schon müden Wallfahrer. Über den langgezogenen Bergrücken des Kömel führt der Weg schließlich zu der schon von weit sichtbaren bemerkenswerten Wallfahrtskirche mit den zwei barocken Türmen von Heiligengrab. Dort angelangt, werden die Wallfahrer vom Pfarrer von Bleiburg mit Weihwasser empfangen. Nach Umschreiten des Gotteshauses gehen die Dreibergler in die prächtig restaurierte Kirche, wo schon andere Wallfahrer aus dem Lavanttal auf das feierliche Hochamt warten. Mit einem gesungenen "Großer Gott, wir loben dich" wird der Drei-Berge-Lauf beendet.

    Mit dem Postbus zum Jauntaler Dreibergelauf 2014

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