Was sich im Kärntner Gästebild verändert
Die T-MONA-Gästebefragung gehört seit Jahren zu den wichtigsten Gradmessern für den österreichischen Sommertourismus. Auch 2025 bestätigt sie viele bekannte Stärken Kärntens – zeigt aber zugleich deutliche Verschiebungen im Reiseverhalten, in den Motiven und in der Wahrnehmung der Gäste.
An der Spitze der Entscheidungsgründe steht weiterhin das klassische Kärntner Markenversprechen: 55 Prozent nennen See und Fluss als Hauptmotiv, gefolgt von Bergen (50 Prozent) und Landschaft & Natur (34 Prozent). Auffällig ist ein leichter Rückgang beim wichtigsten Argument: Der Faktor Wasser verliert im Jahresvergleich an Gewicht (–2 Prozentpunkte). Gleichzeitig erreichen die Berge mit 50 Prozent den höchsten Wert der vergangenen sechs Jahre. Die Motive „Berg“ und „See“ nähern sich damit erstmals fast an.
Parallel dazu gewinnen funktionale Kriterien an Bedeutung: Preis-Leistung und Lage steigen auf 25 Prozent (Vorjahr 21%), ebenso die Kategorie Hotel/Unterkunft mit 30 Prozent (Vorjahr 27%). Qualität und Standort werden damit für die Destinationswahl zunehmend kaufentscheidend.
Im Unterkunftssegment zeigen sich klare Dynamiken. Die 4*-Hotels zeigen mit 25 Prozent eine deutliche Trendwende (2024: 21 Prozent). Damit kehrt ein Teil der Nachfrage sichtbar in die gehobene Hotellerie zurück.
Noch markanter ist der Aufschwung im Campingbereich: Mit 16 Prozent erreicht Camping den höchsten Wert der letzten Jahre. Kärnten liegt hier deutlich über dem Österreich-Benchmark – ein klares Zeichen für den anhaltenden Trend zu naturnahen, flexiblen Urlaubsformen.
Ferienwohnungen und -häuser bleiben mit rund 24 Prozent stabil. Der Strukturwandel verläuft damit weniger über Verdrängung als über gezielte Verschiebungen innerhalb der Nachfrage.
50% der Kärntner Sommergäste bezeichnen ihren Aufenthalt als Erholungsurlaub, 47% als Urlaub am See. Für 37% ist ihr Urlaub ein Wander-/Bergsteigurlaub, für 29% ein Badeurlaub und für 28% ein Natururlaub. 21% machen einen Radfahr-/Mountainbike Urlaub und 10% eine Besichtigungsreise/Sightseeing. Im Vergleich zum Benchmark zeigt sich, dass in Kärnten der Urlaub am See und der Badeurlaub wesentlich öfter genannt wurden. Auch der Rad-/MTB Urlaub ist in Kärnten stärker. Wander-/Bergsteig-Urlaub, Natururlaub und Besichtigungsreisen / Sightseeing werden hingegen in Kärnten weniger oft gemacht als im Benchmark.
Die Badegäste sind mit 29 Prozent erneut die stärkste Gruppe, verlieren aber 3 Prozentpunkte. Stark im Aufwind bleibt der aktive Individualgast: Der Anteil der Rad- und Mountainbike-Gäste erreicht mit 10 Prozent einen Höchstwert, ebenso wächst der Erholungsurlaub stabil weiter.
Auch bei den Aktivitäten bestätigt sich der langfristige Trend zur aktiven Erholung. Während Schwimmen/Baden (78 Prozent) und Wandern (71 Prozent) seit Jahren auf konstant hohem Niveau liegen, legt das Radfahren erneut deutlich zu: Der Anteil steigt in sechs Jahren von 32 auf 43 Prozent.
Besonders dynamisch entwickelt sich das E-Bike-Segment, das von 9 Prozent (2019) auf nunmehr 16 Prozent anwächst. Kärnten liegt damit deutlich über dem Österreich-Benchmark.
Ein zentrales Signal für die Branche kommt von der Ausgabenseite: Die Tagesausgaben erreichen mit 165 Euro pro Person den höchsten Wert seit Beginn der Messreihe. Die Unterkunftsausgaben liegen mit 83 Euro ebenfalls auf Rekordniveau.Verglichen mit den Winterausgaben sind die Sommerausgaben pro Tag um 35 Euro geringer.
Trotzdem bleibt Kärnten preislich unter dem österreichweiten Durchschnitt: Die Gesamtausgaben liegen rund 17 Euro pro Tag unter dem Benchmark. Hauptgrund dafür ist der hohe Anteil an Camping- und Ferienwohnungsnächtigungen.
Die Gesamtzufriedenheit bleibt mit der Note 1,65 auf sehr gutem Niveau, fällt jedoch leicht hinter das Vorjahr zurück und liegt erneut knapp unter dem Österreich-Benchmark. Besonders stark bewertet werden weiterhin Landschaft, Sicherheit, Sauberkeit sowie die Qualität der Badegewässer, bei denen Kärnten sogar überdurchschnittlich abschneidet.
In mehreren Angebotsbereichen zeigen die Ergebnisse Entwicklungspotenzial im Vergleich zum Benchmark, insbesondere bei Wanderwegen, Radwegen, öffentlichen Verkehrsmitteln vor Ort, dem Mountainbike-Angebot sowie beim Preis-Leistungs-Verhältnis der Gastronomie. In diesen Bereichen liegen die Bewertungen anderer Bundesländer derzeit teilweise vor jenen Kärntens.
Auch bei der Weiterempfehlung zeigt sich eine leichte Abkühlung: Der Anteil der „sehr wahrscheinlichen“ Empfehlungen sinkt von rund 70 auf 68 Prozent. Der Net Promoter Score fällt auf 82 Punkte, bleibt damit aber weiterhin auf international exzellentem Niveau.
Die Ergebnisse im Detail: Wichtigste_Ergebnisse