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Wer heute im Tourismus erfolgreich sein möchte, muss nicht alles für alle anbieten. Oft liegt die größte Chance darin, sich bewusst auf eine Zielgruppe zu konzentrieren und deren Bedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt zu stellen. Wie das gelingen kann, zeigt das Landhotel Rosentaler Hof im Rosental. Der Familienbetrieb hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich als Radhotel positioniert und profitiert heute von einer klaren Ausrichtung auf Radurlauber. Gastgeber Herbert Stefan beschreibt den Betrieb selbst als „ein authentisches Landhotel für Radurlauber“.
Vor rund 15 Jahren stand der Betrieb vor der Herausforderung, sich im Wettbewerb neu zu positionieren. Die Nähe zum Wörthersee brachte nicht automatisch genügend Gäste, gleichzeitig war der Betrieb stark vom Preiswettbewerb betroffen. Herbert Stefan beschreibt diesen Schritt offen: „Wir haben aus der Not heraus, sage ich einmal, uns schon vor gut 15 Jahren auf eine spezielle Zielgruppe fokussiert.“
Die Lösung lag in einer klaren Spezialisierung: dem Radurlaub. Ausschlaggebend waren die steigende Nachfrage entlang des Drauradwegs sowie Stefans persönliche Leidenschaft für das Radfahren. „Der Radgast fühlt sich bei uns eigentlich sehr wohl, warum soll man das nicht mehr ansprechen und konkreter in gewisser Weise ansprechen“, erinnert er sich. Begonnen wurde mit einfachen Angeboten, geführten Touren und Radtransporten. Schritt für Schritt entwickelte sich daraus ein umfassendes Angebot für Radurlauber.
Der Rosentaler Hof zeigt eindrucksvoll, welchen Mehrwert eine klare Zielgruppenstrategie bieten kann. Früher, sagt Herbert Stefan, sei der Betrieb „ein sogenannter touristischer Bauchladen“ gewesen: „Wir haben alles gekonnt. Kinder, Alte, Junge, Golfer, Tennisspieler usw. Und trotzdem haben wir eigentlich nichts gekonnt.“ Heute konzentriert sich der Betrieb auf jene Gäste, die optimal zum Angebot passen. Das schafft nicht nur eine stärkere Marktposition, sondern auch eine entspanntere Atmosphäre im Betrieb. Stefan bringt den Unterschied so auf den Punkt: „Seitdem wir ein Radhotel sind, haben wir eine viel entspanntere Atmosphäre.“ Auch für das Team und die Eigentümerfamilie sei diese klare Ausrichtung spürbar: „Das macht unseren Mitarbeitern Spaß. Und das macht uns auch als Eigentümerfamilie und als Hoteliersfamilie eigentlich auch Spaß.“
Für Gastgeberinnen und Gastgeber bedeutet eine solche Spezialisierung:
Der Erfolg basiert nicht allein auf der Positionierung, sondern auf der konsequenten Weiterentwicklung des Angebots. Der Rosentaler Hof bietet heute geführte Touren, einen eigenen Radverleih, Radtransfers, Reparaturservices sowie individuelle Tourenempfehlungen. Besonders beliebt sind Sternradtouren, bei denen Gäste mehrere Tage im Betrieb verbringen und von dort aus unterschiedliche Regionen erkunden. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist dabei die hohe Fachkompetenz im Betrieb. Gäste schätzen nicht nur die Infrastruktur, sondern vor allem die persönliche Beratung und das Know-how rund um das Thema Radurlaub.
Für Herbert Stefan beginnt jede erfolgreiche Spezialisierung mit Leidenschaft für das eigene Thema. „Der erste Erfolgsfaktor ist, du musst etwas aussuchen, was du liebst“, sagt er. Diese Haltung prägt den Betrieb bis heute: „Und dadurch, dass wir das Thema geliebt haben oder lieben, leben wir es. Und wenn du es lebst, dann hast du die Aussicht auf Erfolg.“
Sein Rat an andere Betriebe lautet daher, sich bewusst Zeit für die Entwicklung einer Positionierung zu nehmen, diese gemeinsam mit Familie oder Team zu erarbeiten und ihr mehrere Jahre konsequent zu folgen. Stefan formuliert es klar: „Du musst am Anfang ein Ziel haben, eine Idee haben und die musst du mindestens einmal für drei bis fünf Jahre verfolgen.“ Erst dann lasse sich beurteilen, ob die gewählte Ausrichtung langfristig erfolgreich und betriebswirtschaftlich sinnvoll ist.
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