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c_ Kärntnerhof
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Powerfrauen im Kärntner Tourismus
Kärntens Tourismus lebt von Seen, Bergen und malerischen Ortschaften. Doch getragen wird er von Menschen. Von Unternehmerinnen, die Betriebe leiten, Teams führen und Entscheidungen treffen, die weit über die Saison hinausreichen. Wir haben neun Frauen vor den Vorhang geholt, die den Tourismus in Kärnten prägen.
Familiärer Rückzugsort am Wasser
Claudia Domenig, SeeHotel und SeeApartments Kärntnerhof, Weissensee
„Manchmal beginnt Stärke ganz leise – mitten im Alltag.“ Claudia Domenig, Geschäftsführerin des Kärntnerhofs am Weissensee, sagt diesen Satz ohne Pathos. Seit mehr als 22 Jahren arbeitet sie im Tourismus, parallel dazu ist sie Mutter von drei Kindern, eines davon mit Diabetes Typ 1. „Ich habe gelernt, dass nicht alles planbar ist, aber vieles tragbar sein muss.“
Führung bedeutet für sie nicht, alles im Griff zu haben, sondern Haltung zu zeigen, wenn es schwierig wird. Diese Erfahrung prägt auch den Betrieb: „Ich glaube an Wärme, an Ehrlichkeit, an neue Wege. Besonders dann wenn Sie Mut und Kraft kosten.“
Der Betrieb
Direkt am Weissensee gelegen, besteht der Betrieb aus einem traditionsreichen 3-Sterne-See-Hotel und neu errichteten 4-Sterne-See-Apartments. Die lichtdurchfluteten, großzügig geschnittenen Apartments sind auf längere Aufenthalte ausgelegt. „Wir wollen, dass der Kärntnerhof mehr ist als ein Hotel. Es ist ein Zuhause auf Zeit“, sagt Domenig.
Das Besondere
Die unmittelbare Lage am Wasser macht den Ort einzigartig. „Wir haben die Natur vor der Tür“, so Claudia. „Hier beginnt der Tag mit Seeblick, mit frischer Bergluft und ehrlicher Herzlichkeit“.
Der Kärntnerhof positioniert sich außerdem als hundefreundlicher Betrieb inklusive Infrastruktur vom Gassi-Sackerl bis zum Pfotenwaschplatz.
Zugleich trägt das Haus das Österreichische Umweltzeichen und ist Naturpark-Partnerbetrieb. Regionale Produkte, erneuerbare Energien und ressourcenschonende Betriebsführung gehören hier zum Selbstverständnis.
Architektin und Hotelbetreiberin
Astrid Meyer-Hainisch, Boutiquehotel OGRIS AM SEE, Velden
Eigentlich ist Astrid Meyer-Hainisch gelernte Architektin. Doch die Liebe zur Hotellerie ist ihr ebenso in die Wiege gelegt. Im Jahr 2010 übernahm sie das OGRIS AM SEE, das seit 70 Jahren und drei Generationen in Familienhand ist, und machte aus der früheren Pension ein modernes 4-Sterne-Boutiquehotel.
Ihre Doppelrolle als Architektin und Gastgeberin gibt dem Haus seinen unverwechselbaren Stil. „Gemeinsam mit meiner Familie und einem kleinen, engagierten Team schaffen wir im OGRIS AM SEE einen familiären Rückzugsort für sommerfrische Urlaubstage“, sagt Astrid.
Der Betrieb
Die Geschichte des Hauses reicht in die 1950er-Jahre zurück. 2010 gestaltete Astrid Meyer-Hainisch den Betrieb gemeinsam mit ARCH+MORE neu. Heute ist das Haus ein Boutiquehotel mit zwölf individuell gestalteten Zimmern, Rooftop-Spa und Dachterrasse, direkt am Wörthersee, mit eigenem Badesteg vor der Tür.
Das Besondere
Das OGRIS AM SEE war als erstes Hotel direkt am Wörthersee mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert. Gleichzeitig ist das Haus barrierefrei, von den Räumen, über die Aufzüge, bis zum Parkbereich. Architektur, Nachhaltigkeit und Zugänglichkeit werden hier zusammen gedacht.
Erlebnisse für die Familie
Johana Stranner, Familywald & Kletterwald Ossiacher See
Der Arbeitsplatz von Johana Stranner liegt mitten im Wald und ist jeden Tag erfüllt von Kinderlachen und strahlenden Augen. „Als eine Eigentümerin bin ich sehr dankbar und glücklich, ein Natur-Freizeitpark-Angebot für Groß und Klein anbieten zu dürfen“, sagt sie. Stranner versteht den Park als Ort für Einheimische wie für Urlauber. Verantwortung trägt sie nicht nur für Besucher, sondern auch für Mitarbeiter und Naturraum.
Der Betrieb
Der Familywald & Kletterwald Ossiacher See ist ein Highlight für Familien. Mitten im Buchenwald nahe Ossiach liegt auf rund 30.000 Quadratmetern ein weitläufiger Naturfreizeitpark. Erlebniswege mit interaktiven Stationen, Baumhäuser, Hängebrücken und große Netzkonstruktionen, die sogenannten „Treenets“, ziehen sich durch die Baumwipfel. Rutschen und Spielbereiche sind direkt zwischen den Bäumen integriert.
Direkt angeschlossen ist der Kletterwald Ossiacher See, einer der größten Hochseilgärten Österreichs. Ergänzt wird das Angebot durch die Fly-Line, die Besucher durch den Buchenwald gleiten lässt.
Das Besondere
Das Angebot deckt unterschiedliche Altersgruppen ab: vom Kleinkind im Familywald bis zum sportlich ambitionierten Erwachsenen im Hochseilgarten. Der Park setzt auf naturnahe Gestaltung, vieles fügt sich direkt in den Bestand des Waldes ein.
Traditionsbetrieb in der Altstadt
Johanna Glaser, Hotel Sandwirth, Klagenfurt
Mit nur 34 Jahren übernahm Johanna Glaser die operative Führung eines der traditionsreichsten Häuser Klagenfurts. „Ich möchte traditionelle Kärntner Gastgeberwerte mit zeitgemäßer Unternehmensführung verbinden“, so Johanna. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist für sie nicht nur gesellschaftliche Notwendigkeit, sondern wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Unternehmenskultur.
Der Betrieb
Wer das Hotel Sandwirth betritt, steht mitten im urbanen Zentrum Klagenfurts und gleichzeitig in einem Haus mit Geschichte. Mit über 100 Zimmern, einem Restaurant, Seminarräumen und einer Bar ist der Sandwirth ein klassisches Stadthotel, das Geschäftsreisende ebenso empfängt wie Urlauber, die die Stadt zu Fuß erkunden wollen.
Das Besondere
Das Haus trägt eine Umweltzertifizierung und ist ausgezeichneter Lehrlingsausbildungsbetrieb. Eigentümerin und operative Leitung liegen in Frauenhand. Mit dem Zertifikat „Beruf & Familie“ setzt das Hotel zudem ein Zeichen für eine familienbewusste Unternehmenskultur.
„Als privat geführtes Haus ohne Zugehörigkeit zu einer Hotelkette legen wir besonderen Wert auf persönliche Betreuung, individuelle Qualität und nachhaltige Betriebsführung“, so Johanna. Das spürt man als Gast und kommt gerne wieder.
Power-Duo in Pörtschach
Marlies Thaler und Heide Pichler-Herritsch, Seehotel Das JO., Pörtschach
Gleich zwei Powerfrauen leiten das Seehotel Das JO. in Pörtschach am Wörthersee: Marlies Thaler und Heide Pichler-Herritsch. Die Beiden kennen sich seit achtzehn Jahren und bringen jede Menge Erfahrung aus der Hotellerie und dem Tourismus mit. Sie gaben dem ehemaligen Seehotel Joainig mit der Umgestaltung zum JO. ein brandneues Gesicht.
Auch hinter den Kulissen sind hier die Frauen am Ruder: Das achtköpfige Team besteht aus sieben Ladys mit viel Energie. „Als Gastgeberin im JO. ist es mir besonders wichtig, dass sich jeder Gast vom ersten Moment an willkommen fühlt“, sagt Marlies. „Mit einem starken Team im Hintergrund schaffen wir eine Atmosphäre, in der Professionalität und Spaß ganz selbstverständlich zusammengehören.“
Der Betrieb
Das JO. liegt in Pörtschach am Wörthersee, mit direktem Seezugang und eigenem Steg. Ein Rooftop-Wellnessbereich ergänzt das klassische Seehotel-Angebot. Das Haus versteht sich als Boutiquehotel, das Klasse statt Masse bietet.
Das Besondere
Eine echte Besonderheit ist der starke Fokus auf Kultur im Seehotel Das JO. Lesungen und Kulturveranstaltungen bringen hier stets neue Menschen zusammen. „Mit unserem neuen Schwerpunkt ‚Literatur und Kunst‘ schaffen wir im JO. einen inspirierenden Raum für kreative Impulse, kulturelle Begegnungen und neue Perspektiven“, sagt Marlies Thaler.
Internationale Erfahrung im Gepäck
Nathalie Lorenz, Garner Hotel Klagenfurt – Moser Verdino
Noch eine wahre Powerfrau findet sich an der Spitze des Garner Hotel Klagenfurt – Moser Verdino. Nathalie Lorenz ist gebürtige Kärntnerin. Internationale Stationen führten sie unter anderem nach St. Moritz und Ajman. Als das Traditionshaus 2019 generalsaniert wurde, übernahm sie die Verantwortung für den Neustart. „Es erfüllt mich mit sehr viel Stolz, eines der traditionsreichsten Hotels in Kärnten aus dem Dornröschenschlaf zu wecken und dieses wunderschöne und außergewöhnliche Haus im Markt neu zu etablieren“, sagte sie zu ihrem Amtsantritt.
Der Betrieb
Das Garner Hotel Moser Verdino liegt mitten in der Klagenfurter Innenstadt. Nach umfassender Generalsanierung wurde das Traditionshotel neu positioniert und verfügt heute über mehr als 120 Zimmer. Das Haus ist Teil einer internationalen Hotelgruppe, versteht sich aber zugleich als urbaner Treffpunkt in der Stadt.
Das Besondere
Mit seiner Rooftop-Bar, der „Bar 19null7“ ist das Hotel auch für Klagenfurter eine beliebte Adresse. Bei einem Cocktail kann man hier den Blick über die Dächer der Altstadt bis zu den Karawanken schweifen lassen.
Bio-Hof mit traditionellen Werten
Hermine Kogler, Urlaubsbauernhof Wabnig, Moosburg
Seit fast 40 Jahren ist Hermine Kogler das Herz des Urlaubsbauernhofs Wabnig in Moosburg. 1978 übernahm sie den Betrieb, mit dem klaren Anspruch, ein Stück Kärnten zu bewahren: „Mir ist besonders wichtig, den Betrieb zu erhalten und auszubauen, damit die nächste Generation weiterhin Freude am Tun hat.“
Der Sohn führt die Landwirtschaft mit Pferden, Ziegen und Hühnern, bewirtschaftet Wald und Bergwiesen. Die Seniorchefin kümmert sich unterstützt von den Enkeln um die Gäste. Hier arbeitet die ganze Familie zusammen.
Der Betrieb
Sieben Ferienwohnungen gehören zum Hof, dazu ein aktiver Bio-Bauernhof auf 650 Metern Seehöhe. Forstwirtschaft, Bioheu von eigenen Wiesen und Tierhaltung sind Teil eines Kreislaufs. Vom Hof reicht der Blick über Golfplatz und Karawanken. Wanderwege und Mountainbike-Strecken beginnen vor der Haustür, der Wörthersee ist nur wenige Autominuten entfernt.
Das Besondere
Nachhaltigkeit wird hier seit vielen Jahren gelebt. Warmwasser wird mit Sonnenenergie erzeugt, geheizt wird mit Restholz aus dem eigenen Wald. Regenwasser bewässert Gärten und Blumen. Die Tiere übernehmen, was Maschinen sonst leisten würden. „Zukünftige Generationen werden durch unser Handeln nicht eingeschränkt“, erklärt Hermine.
Naturverbundenheit am Nassfeld
Ulrike Burgstaller, Burgl’s Apartmenthaus, Tröpolach
Gemeinsam mit ihrem Mann führt Ulrike Burgstaller das Burgl’s Apartmenthaus in Tröpolach beim Nassfeld und man spürt die Verbundenheit zur Region. „Wir haben viele Orte bereist, aber die Vielfältigkeit, die unsere Heimat bereithält, lässt auch uns immer wieder staunen“, so Ulrike. Die Offenheit und Gastfreundschaft der Menschen ist für sie das, was Urlaub in Kärnten ausmacht.
Der Betrieb
Mitten in der Urlaubsregion Nassfeld – Pressegger See, Lesachtal und Weissensee liegt das 4-Sterne-Apartmenthaus mit fünf Einheiten für zwei bis fünf Personen. Nur vier Gehminuten trennen das Haus von der Talstation des Millennium-Express.
Das Besondere
Das Burgl’s kombiniert Privatsphäre mit Service. Auf Wunsch wird der Kühlschrank vor Anreise befüllt oder ein Korb mit regionalen Produkten für das erste Frühstück vorbereitet – gerne auch mit dem Honig aus der eigenen Imkerei. Massagen können direkt im Apartment organisiert werden.
Entdecken:
Frauengeführte Unternehmen und Angebote zum Frauentag
Tourismus-Profi mit Naturschutz-Auftrag
Im Gespräch mit Paula Müllmann,Geschäftsführerin der Region Nationalpark Hohe Tauern
Paula Müllmann ist seit 2017 die Geschäftsführerin der Region Nationalpark Hohe Tauern in Oberkärnten. In Heiligenblut steht sie an der Spitze eines kleinen, eingespielten Frauenteams mit ihren Mitarbeiterinnen Julia und Eva.
Kärnten Werbung: Sie sind seit 2017 Geschäftsführerin der Region Nationalpark Hohe Tauern. Worauf legen Sie besonders großen Wert?
Paula Müllmann: Den größten Wert lege ich auf ein gutes Miteinander mit meinen Kolleginnen, mit den Funktionären, mit Partnern aus Hotellerie, Freizeitwirtschaft und Bergbahnen. Das Wichtigste ist für mich eine gute Kommunikation und ein respektvoller Umgang.
Können Sie kurz Ihren beruflichen Weg nachzeichnen? Wie wird man Geschäftsführerin einer Tourismusregion?
Paula Müllmann: Nach der Matura habe ich das Tourismuskolleg in Innsbruck absolviert und im Tourismusverband Lienzer Dolomiten begonnen. 1996 habe ich dort die Geschäftsführung übernommen. Mit rund 50 habe ich mich bewusst für einen Wechsel entschieden und mich für die Geschäftsführung der Region Nationalpark Hohe Tauern beworben. Ich wollte etwas Neues machen und bin bis heute froh über diese Entscheidung.
Was macht die Region Nationalpark Hohe Tauern einzigartig?
Paula Müllmann: Wir sind eine stark bergige, sehr naturnahe Region. Die Menschen hier sind eng mit der Natur verbunden. Es gibt keine großen Hotelketten, fast ausschließlich familiengeführte Betriebe. Man kennt einander, man redet miteinander. Das macht den Unterschied.
Was empfehlen Sie Gästen, die die Region entdecken wollen?
Paula Müllmann: Sich Zeit zu nehmen und die Natur wirken zu lassen. Die Gewalt der Berge, Wasserfälle, Bergseen, Bäche. Diese Landschaft hat Kraft. Wer sich darauf einlässt, kann viel für sich mitnehmen.
Haben Sie einen persönlichen Lieblingsort?
Paula Müllmann: Ja, den Stappitzer See bei Mallnitz. Er liegt auf einem Hochplateau im Seebachtal. Ein kleiner See mit türkisblauem Wasser, fast wie in der Karibik. Wenn ich in Mallnitz bin, gehe ich jedes Mal dorthin. Für mich ist das ein Kraftort.
Sie sind die einzige weibliche Geschäftsführerin einer Kärntner Tourismusregion und arbeiten mit einem rein weiblichen Team. Was zeichnet Ihr Team aus?
Paula Müllmann: Verlässlichkeit. Wir sind ein kleines Team aus drei Frauen und arbeiten sehr eng zusammen. Jede weiß, wie die andere tickt. Wir springen füreinander ein, ohne Diskussion. Dieses Verständnis macht unsere Zusammenarbeit aus.
Wofür steht die Nationalparkregion Hohe Tauern aus Ihrer Sicht?
Paula Müllmann: Für authentischen Natururlaub. Ehrlich, echt, unverfälscht.