Vortrag Univ.-Prof.Dr. Ottomeyer

  1. 22. Jul 2021
    bis 19:00

Werner Berg Museum 10. Oktober Platz 4
9150 Bleiburg

Vortrag/predavanje

em. Univ.Prof. Dr.
Klaus Ottomeyer

"Anpassung und Widerstand - Lebensgeschichte und Gesellschaftsgeschichte"

Donnerstag, 22. Juli 2021
Beginn: 19.00 Uhr

Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk - Skulpturengarten
(bei Schlechtwetter findet die Veranstaltung im Dachgeschoss des Museums statt)

Eintritt: Gültige Eintrittskarte ins Werner Berg Museum

Zutritt nur für getestete, genesene oder geimpfte Personen!
Es gelten die jeweils auf Grund der Corona-Krise von der Bundesregierung erlassenen Bestimmungen.
ACHTUNG: nur begrenzte Anzahl von Sitzplätzen verfügbar, daher ersuchen wir um ehemöglichste Anmeldung!

Platzreservierung und Information:
Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk,
10. Oktober Platz 4, 9150 Bleiburg
Tel: 04235 2110-27
bleiburg.museum@ktn.gde.at


Klaus Ottomeyer, geboren 1949 in Frankfurt am Main. Univ.-Prof an der Universität Klagenfurt, Leiter der Abteilung für Sozialpsychologie, Ethnopsychoanalyse und Psychotraumatologie.
Zahlreiche internationale Publikationen u.a. zu den Themenbereichen Krieg und Kriegsfolgen, Asyl sowie zu Themen der österreichischen Politik.
Vorstand von Aspis (Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge und Opfer von Gewalt). Arbeitet für Esra (Psychotherapie für NS-Opfer und deren Nachkommen)
Erhielt 2011 den Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte und 2018 den Kulturpreis des Landes Kärnten.

Klaus Ottomeyer, rojen leta 1949 v Frankfurtu na Majni. Univ.-prof. na univerzi v Celovcu, predsednik oddelka za socialno psihologijo, etnopsihoanalizo in psihotraumatologijo.
Številne mednarodne publikacije o temah, kot so vojna in posledice vojne, azil in avstrijska politika.


Anpassung und Widerstand – Lebensgeschichte und Gesellschaftsgeschichte
Die Rätsel unserer Lebensgeschichte sind eingebettet in die Erfahrungen, Verletzungen, schuldhaften Verstrickungen und Traumata, welche die Eltern und Großeltern im Kontext der
Gesellschaftsgeschichte der letzten hundert Jahre in Kärnten erlitten haben. Dies gilt für Kärntner slowenischsprachige, aber auch für deutschsprachige Familien. Die familiären Konflikte
und Traumata können dabei höchst unterschiedlich beantwortet und verarbeitet werden und können zu kreativen Auseinandersetzungen führen. Ein Beispiel hierfür ist das Leben und Wirken von Hans Kresnik.

Im Rahmen des Vortrages erfolgt auch eine Präsentation des Buches von Gitka Opetnik „Das Gestern im Heute begreifen. Traumaweitergabe in verfolgten slowenischen Familien“. Wie können Traumata der Eltern- und Großelterngeneration
in den Nachkommen weiter rumoren? Während der NS-Zeit waren Kärntner Sloweninnen und Slowenen bedroht durch die Verfolgung und Deportation sowie durch das Verbot und die Auslöschung der slowenischen Sprache.
Die Folgen dieser tiefgreifenden individuellen und kollektiven Traumatisierungen können nicht nur bei den Opfern der ersten Generation beobachtet werden, sondern auch bei deren Nachkommen.
Diese Spuren können bis in die dritte und mitunter in die vierte Generation hinein festgestellt werden und können Traumasymptome auslösen, wie häufige Selbstzweifel, Scham- und Schuldgefühle, Flashbacks und Albträume,
die die Betroffenen nicht zuordnen können. Sie leiden unter Katastrophenerwartungen und Schreckhaftigkeit und Depressionen. In der kreativen Auseinandersetzung mit dem traumatischen Erbe kann fruchtbares Kulturleben entstehen.

Vortrag Univ.-Prof.Dr. Ottomeyer