Warum du Kärnten im Fasching erleben musst

Laut, lustig und einzigartig. Nirgendwo in Österreich wird der Fasching so ausgelassen gefeiert, wie in Kärnten. Aber worum geht es eigentlich bei diesem bunten Spektakel und warum ist der Fasching bei uns so besonders?

Jedes Jahr zur Faschingszeit rückt Kärnten in den Mittelpunkt des Geschehens. Besonders in Villach verwandelt sich der Winter für wenige Wochen in ein großes Volksfest aus Musik, Masken und Menschenmengen. Gleichzeitig wissen viele gar nicht, was hinter dem Brauch steht. 

Warum rufen in Villach Zehntausende „Lei-Lei“, wenn der erste Festwagen um die Ecke biegt? Warum findet der größte Umzug Kärntens nicht am Faschingsdienstag, sondern drei Tage früher statt? Und weshalb reisen Menschen aus ganz Österreich jedes Jahr nach Kärnten? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Fasching in Kärnten.

FAQ: Alles, was du über den Fasching in Kärnten wissen musst

Was ist der Kärntner Fasching überhaupt?

Der Kärntner Fasching ist keine einzelne Veranstaltung, sondern eine mehrere Wochen dauernde Saison. Sie beginnt offiziell nach dem Dreikönigstag im Jänner und entwickelt sich Schritt für Schritt von Faschingssitzungen und Bällen hin zu den großen Straßenfesten der letzten Faschingswoche. 

Woher kommt der Fasching in Kärnten?

Historisch wurzelt der Fasching in alten Winteraustreibungsritualen, die später mit der kirchlichen Fastenzeit verbunden wurden – sozusagen als großes Fest, bevor das 40-tägige Fasten startet. Aus dem alten Brauch wurde mit der Zeit ein Volksfest und ein modernes Event mit Masken, Satire und Umzügen. Heute zieht der Kärntner Fasching zigtausend Besucher an und ist eines der wichtigsten Ereignisse im Land.

Warum heißt es beim Villacher Fasching eigentlich „Lei-Lei“?

Der Ruf „Lei-Lei“ ist der traditionelle Narrenruf des Villacher Faschings. Woher er genau stammt, ist historisch nicht eindeutig belegt, er wird aber seit Generationen als Ausdruck von Ausgelassenheit, Spaß und Faschingsstimmung verwendet. Beim Umzug hallt der Ruf zwischen Festwagen und Zuschauern hin und her und gehört für viele untrennbar zum Fasching dazu. 

Was ist eine Faschingssitzung?

Es ist auf jeden Fall keine Besprechung, auch wenn es so klingt. Eine Faschingssitzung ist ein mehrstündiges Bühnenprogramm aus Satire, Musik, Tanz und Parodie. Lokale Ereignisse und nationale Politik werden pointiert aufs Korn genommen, dazwischen gibt es Gesang, Tanz und humorvolle Sketches. In Kärnten haben diese Sitzungen lange Tradition und sind oft Monate im Voraus ausverkauft. Besonders bekannt sind jene in Villach, die sogar im Fernsehen übertragen werden.

Was ist das Stadtgerücht und was machen Stadtrichter?

Das Stadtgerücht ist die Klagenfurter Form der Faschingssitzung und verbindet historische Anleihen mit moderner Satire. Die auftretenden „Stadtrichter“ sind normale Bürger, die in aufwendigen Kostümen das politische und gesellschaftliche Geschehen der Stadt aufs Korn nehmen. Entstanden ist die heutige Form des Stadtgerüchts in Klagenfurt am Wörthersee in den 1970er-Jahren und gehört seither fix zum Kärntner Fasching.

Muss man für eine Faschingssitzung Karten im Voraus kaufen?

Ja, fast immer. Vor allem die großen Sitzungen in Villach und Klagenfurt sind stark nachgefragt und oft Wochen vor der Faschingszeit ausverkauft. Wer eine Sitzung besuchen möchte, sollte sich frühzeitig um Tickets kümmern. Spontanplätze sind selten.

Wann ist der Höhepunkt des Kärntner Faschings?

Die eigentliche Hochphase liegt immer in der letzten Faschingswoche. In den meisten Kärntner Städten und Dörfern finden die Umzüge traditionell am Faschingsdienstag statt, viele Schulen beenden dann sogar den Unterricht deutlich früher. Villach geht bewusst einen anderen Weg und legt seinen großen Innenstadtumzug bereits auf den Faschingssamstag. Das macht es für Besucher besonders attraktiv, weil das größte Fest auf ein Wochenende fällt. 

Warum gilt Villach als Faschingshochburg?

Villach hat sich im Lauf der Zeit zum Zentrum des Faschings in Kärnten entwickelt. Dort entstand nach und nach das Fest, wie wir es heute kennen, mit organisierten Faschingssitzungen, einem Prinzenpaar, großem Kinderprogramm und dem größten Umzug des Landes. Während in vielen anderen Gemeinden auch gefeiert wird, gibt es in hier das dichteste Programm und den stärkste Besucherandrang, inklusive landesweiter Fernsehübertragung.

Was passiert am Faschingssamstag in Villach?

Schon am Vormittag füllt sich die Innenstadt mit Musik, es gibt Kinderfeste und Aktionen in Lokalen und Geschäften. Der große Umzug startet am frühen Nachmittag und zieht mit hunderten maskierten Gruppen und geschmückten Wagen quer durch das Stadtzentrum. Danach wird bis in die Nacht weitergefeiert. Natürlich kommt auch das Publikum kostümiert. In der Größe und dem Umfang ist der Villacher Fasching in Österreich einzigartig.

Christof Kemperle; © Christof Kemperle / Kärnten Werbung
Zwei als Engel verkleidete Männer in weißen Gewändern und mit Harfen stehen beim Villacher Fasching in der Innenstadt von Villach.
Christof Kemperle; © Christof Kemperle / Kärnten Werbung
Mann in rotem Hoodie steht beim Villacher Fasching in der Innenstadt und hält eine Kiste mit einer als Filmfigur verkleideten Puppe.
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Mann im Pommes-frites-Kostüm beim Villacher Fasching in der Innenstadt von Villach.
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Mann mit auffälligem Kostüm und roter Kappe beim Villacher Fasching in Villach.
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Zwei verkleidete Männer stehen beim Villacher Fasching in der Innenstadt von Villach, einer im Teufelskostüm mit rotem Gesicht, der andere in historisch anmutender Kleidung mit Hut.
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Drei verkleidete Frauen in Wollkostümen mit der Aufschrift „KOMME was WOLLE“ beim Villacher Fasching auf einer nassen Straße.

Wo erlebt man am Villacher Fasching die beste Stimmung?

Das Faschingsgeschehen konzentriert sich auf die Villacher Innenstadt. Entlang der Umzugsroute und rund um den Hauptplatz spielt sich alles ab, dort sammeln sich die meisten Zuschauer und dort finden auch Bühnenprogramme und Prämierungen statt. Wer gute Sicht möchte, sollte früh kommen, denn je näher der Start rückt, desto voller werden die Gassen.

Wie kommt man am besten nach Villach?

Villach ist ein wichtiger Verkehrsknoten im Süden Österreichs und mit der Bahn aus vielen Regionen direkt erreichbar. An den Faschingstagen ist die Anreise mit dem Zug meist entspannter als mit dem Auto, da das Stadtzentrum stark frequentiert ist. Am Faschingssamstag sind viele Straßen gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar. Früh ankommen oder etwas außerhalb parken erspart Stress.

Muss man mit Verkehrsbehinderungen rechnen?

Am Faschingssamstag ja. Das lässt sich kaum vermeiden. Entlang der Umzugsroute kommt es zu Sperren und Umleitungen, zudem sind Parkflächen schnell ausgelastet. Es lohnt sich, vor der Anreise aktuelle Verkehrsinfos zu prüfen und zusätzliche Zeit einzuplanen. 

Wo gibt es Parkplätze und Parkgaragen in Villach?

Für die Anreise mit dem Auto stehen in Villach mehrere innenstadtnahe Parkhäuser und Tiefgaragen zur Verfügung, darunter die Parkgarage Bahnhofplatz, die Altstadtgarage Nikolai (CCV), das Parkhaus Zentrum Villach sowie die Interspar Garage. Sie liegen fußläufig zur Innenstadt und sind am Faschingssamstag eine der bequemsten Parkmöglichkeiten, solange man früh genug ankommt. 

Christof Kemperle; © Christof Kemperle / Kärnten Werbung
Zwei verkleidete Personen lachen und posieren beim Villacher Fasching in der Innenstadt.
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Zwei Personen in bunten Süßigkeiten-Kostümen stehen beim Villacher Fasching in der Innenstadt von Villach.
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Zwei Personen in einem Partnerkostüm, inspiriert von einer bekannten Süßigkeit, gehen beim Villacher Fasching durch die Villacher Altstadt.
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Mann mit Hut, Schleier und Bienenmotiv-Kostüm steht beim Villacher Fasching in der Innenstadt von Villach und hält eine Getränkedose in der Hand.
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Drei verkleidete Personen posieren beim Villacher Fasching auf einer Straße in Villach.
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Person in einem leuchtend orangenen Monsterkostüm mit großen Augen steht beim Villacher Fasching in der Innenstadt von Villach.

Was bringt die neue Koralmbahn für Faschingsbesucher?

Der Fasching 2026 ist der erste, an dem die neu eröffnete Koralmbahn fährt. Für Besucher aus der Steiermark und dem Großraum Graz wird die Anreise deutlich einfacher und schneller. Gerade an stark frequentierten Tagen wie dem Faschingssamstag ist das ein klarer Vorteil: kein Stau, keine Parkplatzsuche, Ankunft direkt nahe der Innenstadt. 

Wann fährt der letzte Zug von Villach nach Graz?

Da der Faschingssamstag in Villach den ganzen Tag geht, loht es sich auch für Besucher aus Graz und der Umgebung hinzufahren. Wer nicht in Villach übernachten will, sollte den letzten regulären ÖBB-Railjet um 22.39 erwischen. (Stand 2026)

Ist der Kärntner Fasching auch für Kinder geeignet?

Auf jeden Fall! Seit den 1960er-Jahren gibt es in Villach eigene Kinderfaschingssitzungen, bei denen rund zweihundert Kinder mit Tanz, Musik und Sketches komplette Programme gestalten. Dazu kommen Kinderpartys und Auftritte am Faschingssamstag sowie ein eigenes Kinderprinzenpaar. Das Kinderprogramm beim Villacher Fasching ist vor allem auf den Vormittag konzentriert. Am Nachmittag wird es deutlich lebhafter.

Was sollte man beim Besuch beachten?

Der Großteil des Geschehens spielt draußen. Warme Kleidung, feste Schuhe und etwas Geduld im Gedränge machen den Tag deutlich angenehmer. Für Kinder sind Vormittag und frühe Nachmittagsstunden ideal, weil es überschaubarer ist. Am späteren Nachmittag steigt die Partystimmung spürbar an.

Was isst man im Fasching in Kärnten?

Im Fasching wird gefeiert und deftig gegessen. Der Heringssalat, den man in der Faschingszeit auf Speisekarten und in Supermärkten findet, ist aber eigentlich für den Aschermittwoch und den Beginn der Fastenzeit gedacht. Der kulinarische Klassiker im Fasching sind die Krapfen mit Marillenfüllung oder Vanille. Die besten Krapfen Kärntens gibt es laut Gourmet-Magazin Falstaff übrigens bei Bäckermeister Christian Berger in Villach

Wo wird noch in Kärnten Fasching gefeiert?

Neben Villach verteilt sich der Fasching in den letzten Tagen der Saison über weite Teile Kärntens. Vielerorts wird mit Dorffesten, Umzügen und Partys gefeiert.

Ich bin im Skiurlaub und habe kein Kostüm dabei. Was tun?

Beim Fasching in Kärnten muss niemand verkleidet sein. Viele Besucher genießen die Stimmung ganz ohne Kostüm. Wer doch ein bisschen mitmachen möchte, findet kurzfristig Hilfe: In den meisten Supermärkten und Drogerien gibt es Hüte, Masken oder Schminke. Ein echter Geheimtipp ist der Kostümverleih von Inge Dinnebier in Bodendorf am Ossiacher See. In Klagenfurt kann man sogar Kostüme aus dem Fundus des Stadttheaters ausleihen oder beim Faschingswelt Rabinnig stöbern – dort ist die Auswahl richtig groß.

 

Fünf Dinge, die nicht jeder über den Kärntner Fasching weiß

  • 1. Der Fasching startet nicht am 11.11.

    Das „Narrenwecken“ im November ist nur das Warm up. Ab da starten die Vorbereitungen für Umzüge und Sitzungen. Gefeiert wird erst ab dem Dreikönigstag bis zum Faschingsdienstag

  • Villach feiert schon am Samstag

    Der größte Faschingsumzug Kärntens mit steigt nicht am Faschingsdienstag, sondern schon am Samstag davor und ist genau deshalb der Publikumsmagnet der Saison.

  • 3. Jede Faschingsgilde hat ihren eigenen Ruf

    Während beim Villacher Fasching „Lei-lei“ gerufen wird, hört man in Klagenfurt ein launiges „Bla-Bla“, in Völkermarkt ein lautes „Blatsch-Blatsch“ oder das „Namla woll-woll“ in St. Veit an der Glan.

  • 4. Im Dorf wird sogar Gericht gehalten

    Beim Sauschädelgericht im Lavanttal landen symbolische „Verbrecher“ vor dem Narrenrichter, nachdem sie einen Sauschädl gestohlen haben. Anklage, Strafe und großes Gelächter inklusive.

  • 5. Danach ist abrupt Schluss

    Nach dem Trubel hängen in Kärntens Kirchen jahrhundertealte Fastentücher und die traditionelle Fastenzeit beginnt. Von Partys und Straßenfesten geht es dann zu Stille und Einkehr über.

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