Magischer Moment - Auf leisen Sohlen zur weißen Rose

Erlebt von Ed Wohlfahrt im Feber 2017

Man kann auf Schneeschuhen auch alleine durchs Gitschtal stapfen. Keine Frage. Wer dies jedoch mit einem Natur Aktiv Guide tut, der hat dabei nicht nur mehr Spaß, sondern staunt auch über Dinge, an denen Nicht-Eingeweihte einfach vorübergehen würden.

Bergwanderführer Georg Jost

Mit Bergwanderführer Georg Jost kann uns das nicht passieren. Viel zu viel gibt es hier zu sehen und zu entdecken. Vorausgesetzt natürlich, man kennt sich aus und weiß sich auf den leisen Sohlen – ist gleich Schneeschuhe - entsprechend zu bewegen. Apropos Schneeschuhe. Wer mit ihnen etwas breiter auftritt und geringfügig größere Schritte macht, hat sie sofort bestens im Griff.  

Gemeinsam sind wir vom Biedermeier Schlössl Lerchenhof in Hermagor aus in den Gösseringgraben gefahren, haben uns die Schneeschuhe angezogen und sind losgestiefelt. Und ja, ein wenig Kondition ist schon erforderlich. Schließlich wollen wir heute nachsehen, ob oben auf der Alm bereits die Schneerosen blühen. Aber Georg meint es gut mit uns und schlägt ein Tempo an, das nicht zu langsam ist, aber auch niemanden in unserer Gruppe überfordert. Über eine Forststraße erreichen wir nach zirka einer Stunde Gehzeit einen Waldweg, der uns weiter zu einer freien Fläche führt.

Schneeschuhwanderung im Gitschtal
Schneeschuhwanderung mit Natur Aktiv Guide Georg JostVideo

Den Wildtieren auf der Spur

Immer, wenn Georg seinen Schritt unmerklich verlangsamt und den Blick zu Boden richtet, wird es spannend. Unser Guide ist nämlich nicht nur Wanderführer, sondern auch erfahrener Waidmann und verfügt als solcher über einen besonders geschulten Blick. Auch unsere Fragen absolviert Georg mit Bravour. So etwa, was denn eine „Lunte“ sei. Da muss unser Guide etwas ausholen und uns vom Fuchs erzählen und dem mittlerweile in den Gailtaler Alpen ebenfalls heimisch gewordenen Goldschakal.

Diese beiden Tierarten nämlich ähneln sich fast bis aufs Haar. Wäre da nicht die Lunte (Schwanz) bzw. deren Länge, mit der man Goldschakal und Fuchs letztlich sehr genau voneinander unterscheiden kann. Und warum dies vor allem für den Goldschakal ein Glücksfall ist, liegt auf der Hand. Füchse dürfen bejagt werden. Goldschakale streifen als geschützte Tierart unbehelligt durch Wald und Flur.

Ein Schnapserl - dann klappt’s auch mit dem Abstieg

Schön sind sie die Schneerosen, ein wenig versteckt unter dem Schnee.

Schneerosen übrigens entdecken wir auch. Schließlich geben sie unserer Tour ja auch den Namen! Klar wären wir alle wieder daran vorbeigelatscht, aber Georg braucht mit seinem Skistock nur ein wenig an der Schneeoberfläche zu kratzen, und schon kommen die zarten Knospen zum Vorschein. Schön ist das! Schön ist aber auch, dass unser Guide nun einen Flachmann zückt und uns allen einen kräftigen Schluck Selbstgebrannten spendiert.

Derart erwärmt und mit neuem Elan versehen, nehmen wir den Abstieg in Angriff, der uns an einem schönen Wasserfall vorbei über Wiesen und Waldwege zurück in den Gösseringgraben führt. Die zirka drei Stunden sind wie im Flug vergangen. Andererseits macht sich nun ordentlicher Appetit bemerkbar. Und so trifft es sich gut, dass unsere Schneeschuhwanderung mit einer Speckverkostung im Biedermeier Schlössl Lerchenhof abschließt.

Die Speckverkostung

Der Gailtaler Speck vom Lerchenhof

Guter Speck braucht Weile

Im Lerchenhof wird der Gailtaler Speck nicht einfach nur selbst produziert, sondern vielmehr zelebriert. Und das sollte niemanden verwundern, bietet „Speckmeister“ Hans Steinwender ja sogar eigene Speck-Seminare an, bei denen sich Gourmets den letzten geschmacklichen Schliff holen können. Das Geheimnis der im Lerchenhof erzeugten Specksorten liegt in der langen Reifedauer, in der diese ihren Geschmack entwickeln.

Dieses Reifen beginnt schon auf dem Feld. Hier kann das Futter für die Schweine länger reif werden. Auch dürfen des Speckmeisters Schweine die gute Gailtaler Luft viel länger genießen als ihre Artgenossen. Und auch für die Reifung des Specks ist eben ein wesentlich längerer Zeitraum vorgesehen als normalerweise üblich. Dabei heraus kommen Produkte, wie zumindest ich sie noch nirgendwo sonst gegessen habe.

Speck, der auf der Zunge zergeht

Vier Sorten Speck kommen auf den Tisch

Jetzt geht’s um den Speck, endlich! Vier Sorten kommen auf den Tisch. Da gibt es den Wurzelspeck, den Heuspeck, den luftgeselchten Gailtaler Speck und last but not least den Weinspeck. In dieser Reihenfolge heißt es nun auch zuzulangen, und zwar ordentlich, also ungeniert mit den Fingern!

Und wenn man sich jetzt wieder das Geheimnis des hier produzierten Specks vor Augen führt, man kann es nun schmecken und versteht, warum alles seine Zeit braucht - und vielleicht noch ein bisschen mehr.

Hans Steinwender vom Lerchenhof
Speckmeister Hans Steinwender vom LerchenhofVideo

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