Die Weihkorbdecke

Die Weihkorbdecke wird in Kärnten genau einmal im Jahr benötigt. Zum Abdecken der Zutaten der Kärntner Osterjause nämlich, die, bevor man sie verspeist, in einen Korb gepackt und in die Kirche getragen werden. Dort werden Osterschinken, Würsteln, Eier und Kren vorm österlichen Festmahl von einem Priester gesegnet.

Das Procedere heißt Speisensegnung, oder auf gut kärntnerisch: Fleischweihe. Nie im ganzen Jahr ist der Andrang in die Kirche so groß wie bei der Fleischweihe. Der gesamte Altarraum ist mit Weihkörben vollgestellt, die Sitzreihen bis auf den letzten Platz besetzt. In der Luft liegt der unverkennbare Geruch von geselchtem Schinken.

Über Generationen vererbt

Weihkorbdecke mit Stickmotiv

Da will man seinen Weihkorb natürlich möglichst schön präsentieren, mit aufwändig bestickten Weihkorbdecken. Die quadratischen, meist nur ellenlangen Leinendecken sind mit rotem Zwirn im Kreuz- oder Flachstich bestickt und bedecken den köstlichen Korbinhalt. Manche von ihnen sind sehr alt und damit auch sehr wertvoll, weil sie über Generationen von der Mutter an die Tochter weitervererbt wurden.

Die Stickmotive auf den Weihkorbdecken sind meist traditionell gehalten, oft sind Kreuze dargestellt oder das IHS-Zeichen eingestickt. Aber auch Osterhasen, Hennen oder Sinnsprüche kommen mittlerweile vor. Je kunstvoller und aufwändiger, desto besser. Wie gesagt, man braucht diese Decken nur ein einziges Mal im Jahr. Dann aber machen sie den weithin sichtbaren Unterschied!

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