Kärntner Osterreindling

Es ist seine Süße, die der Kärntner Osterjause ihren einzigartigen, süß-salzigen Geschmack verleiht. Zwar trägt dieses Backwerk in unterschiedlichen Regionen des Landes verschiedene Namen (in Unterkärnten etwa „Pohača), jedoch darf er bei keiner Osterjause fehlen - der Kärntner Reindling.

Alles beginnt mit der Vorbereitung der Zutaten (siehe Zutatenliste unten). Die brauchen Raumtemperatur – insbesondere Eier, Butter und Milch. Kommen sie nämlich direkt aus dem Kühlschrank, wird das nichts mit dem Kärntner Reindling. So einfach ist das!

Die Germ macht den Reindling

Kärntner Reindling

Und dann geht’s los. Die Milch, das ganze Ei, den Extra-Dotter und die Butter in einen Topf geben und leicht erwärmen. Die Germ (Hefe) hinzugeben, und wer mag gleich auch einen Schuss Rum. Mit der Germ, dem natürlichen Triebmittel, ist das allerdings so eine Sache. Ist sie nicht absolut frisch, geht das Ganze schief. Deshalb entweder super-frische Germ kaufen oder, noch sicherer, Trockengerm verwenden. Wichtig ist es, die Germ bzw. das Germpulver in der erwärmten Milch gut aufzulösen.

Ein guter Reindling braucht Zeit

Ist das geschafft, kommt dieses Zutaten-Gemisch zum Mehl. Eine Prise Salz nicht vergessen! Und jetzt wird geknetet. Richtig lange. Bis der Teig beginnt, sich vom Rand der Teigschüssel zu lösen. Falls es für die Konsistenz nötig ist, kann immer noch etwas Mehl hinzugegeben werden. Dann muss der Teig rasten - und wehe, wenn es jetzt mit der Germ nicht zum besten steht und das Ganze nicht wie gewünscht aufgeht! An diesem Punkt waren schon manche Reindling-Bäcker der Verzweiflung nahe...

Ein Tipp: Der Teig fühlt sich besonders wohl, wenn man ihn zum Rasten an ein warmes Plätzchen stellt. Das kann der vorgewärmte Ofen sein, eine Fensterbank oder auch ein Heizkörper.

Die inneren Werte: Rosinen, Walnüsse und Butterschmalz

Wer es jetzt besonders richtig machen will, der wiederholt das Kneten und Rasten ein weiteres Mal. Danach wird es ernst. Der Teig wird jetzt mit dem Nudelholz rechteckig ausgerollt, wobei er etwa einen halben Zentimeter dick sein sollte. Jetzt werden darauf die fein geriebenen Walnüsse, die (wahlweise in Rum getränkten) Rosinen und der Zucker verteilt. Sehr gleichmäßig und möglichst bis ganz hinaus zum Rand. Wer einen richtig saftigen Reindling anstrebt, der gibt jetzt noch geschmolzene Butter dazu. Und fertig. Das Ganze wird dann zu einer Rolle geformt, in eine mit Butter bestrichene und bezuckerte Form gegeben und abschließend mit verquirltem Ei bestrichen. Jetzt geht’s bei 160 Grad Ober- und Unterhitze für ca. 60 Minuten ins Backrohr.

Namensgebend: Die Backform

Der Reindling wird in das Reindl gegeben

 

Man kann gut und gerne darüber streiten, ob ein Reindling, gebacken in einer Gugelhupf-Form, seinen Namen überhaupt zu Recht trägt. Fest steht: Der Reindling hat seinen Namen wegen seiner Backform, nämlich dem Reindl. Deshalb verwenden passionierte Reindling-Bäcker ein Reindl aus gebranntem Ton. Wer dies nicht zur Hand hat, behilft sich mit einem Kochtopf. In dieses Reindl wird der, nennen wir es hier mal getrost „originale“ Kärntner Reindling gelegt, aber erst nachdem er ein weiteres Mal gerollt wurde.

Das Original ist doppelt gerollt
Diese doppelte Rolle bedeutet nichts anders, als dass der zur Rolle geformte Reindling ein weiteres Mal, einer Schnecke gleich, gerollt und erst dann in die „Rein“ gelegt wird. Wem das alles zu kompliziert ist, der verwendet eine Guglhupf-Form und ist damit bestens bedient.

Mit diesen Tipps gelingt’s noch besser:
Wer die Backform nicht nur bebuttert, sondern gleich auch mit Zucker versieht, bekommt eine herrlich karamellisierte Kruste.

Als Unterlage beim Ausrollen Backpapier verwenden. Dann klebt der Reindling beim Rollen nicht an.

Bevor man den Reindling ins Backrohr gibt lässt man ihn noch einmal rasten. Dadurch bekommen die geschnittenen Reindling-Stücke ihre charakteristischen Bögen.

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