Skifahren im Reich der Dreitausender:

Das kann ein Winterurlaub in den höchstgelegenen Skigebieten Kärntens

Wo Österreichs höchster Berg, der Grossglockner, den Horizont prägt, bekommt auch der Skiurlaub in Kärnten eine besondere Dimension: In der Nationalpark-Region Hohe Tauern treffen hochalpine Landschaften auf breite Pisten mit viel Platz und auf eine Bergwelt, die von mehr als 300 Dritausendern – Berge über 3.000 Meter Höhe – geprägt ist. In diesem Artikel haben wir das Wichtigste zu den Skigebieten der Region sowie Tipps abseits der Piste zusammengefasst.

Kärntens höchstgelegene Skigebiete

Drei Skigebiete der Region zählen zu den höchstgelegenen in ganz Kärnten. Am Mölltaler Gletscher startet die Wintersaison dank der Höhenlage häufig bereits im Oktober. Ein viertes – die familiäre Emberger Alm – bietet den passenden Ausgleich für alle, die es etwas gemütlicher mögen. Vier unterschiedliche Facetten des Winters auf über 100 Pistenkilometern und 28 Liftanlagen, die ein entspanntes Skierlebnis abseits des Trubels möglich machen – lange Wartezeiten an Liften bleiben hier nämlich selbst in der Hochsaison die Ausnahme.

Skifahren mit Weitblick: Grossglockner/Heiligenblut

Österreichs höchster Berg ist hier nicht nur Kulisse, sondern ständiger Begleiter auf der Piste. Heiligenblut ist das Eldorado für sportlich-ambitionierte Skifahrer:innen.

  • Bis auf 2.902 m Seehöhe, 55 Pistenkilometer, 5 Skirouten
  • Rund 1.500 Hektar Freeride-Gelände, Freeride-Checkpoint für Schnee- und Lawinenlage
  • Einstieg: Von Heiligenblut startet die Vierer-Gondelbahn Rossbach ins Skigebiet, an der Mittelstation geht es weiter mit der Gondelbahn auf das Schareck oder mit der Tunnelbahn Richtung Fleißalm. Die Talabfahrt führt zurück zur Talstation der Rossbachbahn im Ort
  • Einkehr: Sechs urige Hütten und Restaurants prägen das Skigebiet, bekannt für original Kärntner Spezialitäten wie Kasnudeln oder Brettljause

Für wen? Für sportliche Skifahrer:innen und Freeride-Fans. 

Höhenrausch: Mölltaler Gletscher

Der „Mölli“ ist Kärntens einziges Gletscherskigebiet – und ein wichtiges Trainingsrevier für internationale Ski-Teams. In nur 8 Minuten geht’s  von Innerfragant mit dem Gletscher Express auf 2.200 Meter, von dort fast bis zum Gipfel des Scharecks auf 3.122 Meter.

  • Berühmte Eissee-Piste: Die schwarz markierte FIS-Strecke, die vom Eissee startet, ist das Highlight für alle Profis. Sie ist sieben Kilometer lang und eine sogenannte FIS-Abfahrt, also eine vom Internationalen Skiverband (FIS) für Rennen zugelassene Strecke. Fun Fact: Sie gilt als höchstgelegene FIS-Abfahrt Kärntens!
  • Gletscher-Funpark mit Rails, Jumps und Kickern unterhalb der Bergstation der Sesselbahn Gletscher Jet
  • Das Restaurant Eissee liegt auf 2.800 Metern, direkt an der Bergstation der Mölltaler Gletscherbahnen.
  • Tipp: Mit dem GO-Pass (Jahresskipass für Tschechien, Polen, Slowakei) fährt man hier zu vergünstigten Konditionen

Für wen? Für sportlich ambitionierte Skifahrer:innen, Freestyler und Trainingsgruppen 

Winter mit Ursprung: Ankogel-Mallnitz

Wer Powder liebt, findet am Ankogel sein Paradies. Nordseitige Hänge liefern Pulverschnee bis ins Frühjahr – ein echter Geheimtipp abseits der bekannten Kärntner Pisten. 

  • Längste Abfahrt: rund 1.700 Höhenmeter ins Tal
  • Eigenes Übungsgelände mit Skischule direkt an der Talstation der Ankogelbahn in Mallnitz – auch mit Förderband für die Kleinsten
  • Einkehr: Vier Hütten und Bergrestaurants sorgen für das leibliche Wohl – vom Hannoverhaus mit Panoramablick an der Bergstation über den Alpengasthof Hochalmblick an der Mittelstation bis zur familienfreundlichen Köfele Alm

Für wen? Für Freeride-Fans, sportliche Skifahrer:innen und Familien

Entspannter Skitag: Emberger Alm

Auf der Emberger Alm geht es etwas ruhiger zu. Das kleine Skigebiet am Sonnenplateau hoch über dem Drautal bietet einen überschaubaren Rahmen für Familien und Ski-Anfänger:innen. 

  • 10 Pistenkilometer, überwiegend leicht bis mittel (5 km blau, 4 km rot, 1 km schwarz), dazu rund 3 km Variantenabfahrten
  • Übungslifte direkt im Ortskern, Skischule (Oberdrautaler Sportschule) für alle Altersstufen
  • Einkehr: Drei bewirtete Hütten laden zur Rast – der Almgasthof Fichtenheim mit Kaiserschmarrn, Emberger Alm Käsesuppe und Forellen vom Grill, Sattleggers Alpenhof mit zünftigen Jausen und Kärntner Hausmannskost sowie die urige Dünhofenhütte
  • Für Nichtskifahrer: eine Langlauf-Höhenloipe, ein Winterwanderweg, ausgewiesene Schneeschuhwanderrouten und eine Eisstockbahn

Für wen? Für Familien und Ski-Anfänger:innen, aber auch für gemischte Gruppen, in denen nicht alle Skifahren 

Alle Unterkünfte in der Nationalpark-Region Hohe Tauern

Wintererlebnisse abseits der Piste

Die Nationalpark-Region Hohe Tauern bietet auch abseits der Skigebiete zahlreiche Möglichkeiten, die verschneite Landschaft zu erleben. Bei einer geführten Schneeschuhwanderung mit Nationalpark Ranger:innen geht es in die winterliche Bergwelt, während geräumte Winterwanderwege einen ruhigeren Zugang zur Natur ermöglichen. 

Beleuchtete Rodelbahnen und Langlaufloipen in Mallnitz und Heiligenblut und ergänzen das Angebot für alle, die Bewegung abseits alpiner Abfahrten suchen. Wer auf die Ski trotzdem nicht verzichten möchte, findet auch die passende Route für eine Skitour, ob leicht oder schwer, 700 oder 1.900 Höhenmeter.

Schneeschuhwandern

Von Dezember bis März bieten Nationalpark Ranger:innen geführte Schneeschuhtouren in der Region an. Sie wissen, wo Steinböcke im Winter ihre Einstandsgebiete haben und wie man sich auf Schneeschuhen sicher durch das Gelände bewegt. Sie sind aber auch fachkundige Begleiter bei einer Sternenbeobachtung oder einer Winterwanderung. Die Touren finden in Heiligenblut und Mallnitz statt, eine Anmeldung ist erforderlich, in der Regel bis 16 Uhr am Vortag. Schneeschuhe werden vor Ort zur Verfügung gestellt. Termine und Anmeldung direkt in den Nationalpark-Besucherzentren in Heiligenblut und Mallnitz oder online.

Besonderer Vorteil für Gäste der Nationalpark-Partnerbetriebe: Zwei geführte Nationalpark-Touren können während des Aufenthalts kostenlos besucht werden.

Unsere Top-Tipps für Touren:

  • Steinbock-Tour im Großen Fleißtal:

    Die Tour startet an der Mittelstation der Grossglockner Bergbahnen und führt in den winterlichen Lebensraum der größten Steinwildkolonie des Nationalparks, mit etwas Glück lassen sich dabei auch Bartgeier und Steinadler beobachten.

  • Tour ins Tauerntal:

    Die Wanderung startet im Zentrum von Mallnitz und eignet sich besonders gut, um sich erstmals mit dem Gehen auf Schneeschuhen vertraut zu machen.

  • Vollmond-Schneeschuhwanderungen:

    Im Bereich Kasereck in Heiligenblut oder an der Stockerhütte in Mallnitz geht es nachts hinaus in die stille Natur unter dem beeindruckenden Sternenhimmel.

Langlaufen

Die Nationalpark-Region zählt zu den schneesichersten Langlaufgebieten Kärntens, mit Höhenloipen bis auf über 2.000 Meter Seehöhe. Ob entspannte Runde im Tal oder sportliche Herausforderung in alpiner Kulisse – für jeden Anspruch findet sich die passende Strecke.

  • Langlaufen in Heiligenblut:

    Zwei Höhenloipen, die "Grossglockner"- und die "Sonnblick"-Loipe, liegen direkt vor den Toren des Orts und bringen es gemeinsam auf rund 12 Loipenkilometer.

  • Langlaufen in Mallnitz:

    Zwischen Seebachtal und Tauerntal erstreckt sich ein über 50 Kilometer langes, mit dem Kärntner Loipengütesiegel ausgezeichnetes Loipennetz, das von der leichten Seebachtalloipe (5,3 km) bis zur anspruchsvolleren Tauerntalloipe groß (7,8 km) reicht.

Aktuelle Informationen zu Loipenverhältnissen und Streckenverläufen gibt es bei den Tourismusbüros in Heiligenblut, Mallnitz und Flattach.

Nachtrodeln

Wenn der Skitag zu Ende geht, beginnt in der Region eine andere Form des Après-Ski – bei einer Partie auf einer der beleuchteten Rodelbahnen. Romantisch und rasant zugleich: Unter Flutlicht geht es durch die winterliche Landschaft, oft mit gemütlicher Einkehr am Ausgangspunkt.

  • Mallnitz – Jamnigalm

    Mit 3,5 Kilometern zählt diese Naturrodelbahn zu den längsten beleuchteten Rodelbahnen Kärntens und ist, da die Straße für den Individualverkehr gesperrt ist, nur zu Fuß oder per Rodeltaxi erreichbar.

  • Heiligenblut – Ponwald:

    Die zentrumsnahe Rodelbahn im Ortsteil Winkl ist täglich bis 23 Uhr beleuchtet, Rodel können direkt bei Intersport Grossglockner ausgeliehen werden.

Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten und Rodeltaxi gibt es bei den Tourismusbüros in Mallnitz, Heiligenblut und Flattach.

Urige Hütten statt laute Schirmbars

Nach den Schwüngen wartet keine laute Schirmbar, sondern die gemütliche Hütte. Das kulinarische Angebot reicht von regionalen Klassikern bis zu herzhaften Berggerichten – serviert am Tisch, ohne dass man sich mit Skischuhen und Tablett durch überfüllte Bergrestaurants drängen muss. 

Unsere Top 3 Hütten der Region:

  • Fleißkuchl (Grossglockner/Heiligenblut):

    Direkt an der Bergstation der Tunnelbahn im Großen Fleißtal gelegen – der perfekte Ausklang nach der Steinbock-Schneeschuhtour oder einer Abfahrt im Freeride-Gelände, mit regionalen Schmankerln und Blick in die Bergwelt.

  • Duisburger Hütte (Mölltaler Gletscher):

    Direkt an der schwarzen Piste Nr. 10 gelegen, schnallt man die Ski direkt vor der Hüttentür ab. Die urige Alpenvereinshütte ist bei Gästen für ihre Knödel und den Apfelstrudel bekannt – dazu gibt's von der Sonnenterrasse einen tollen Ausblick.

  • Köfele Alm (Ankogel/Mallnitz):

    An der Talstation gelegen und besonders bei Familien beliebt – mit eigenem Kinderrestaurant sowie lokalen und internationalen Köstlichkeiten für die Erwachsenen.

Skiurlaub für die ganze Familie

Die Skischulen leisten ganze Arbeit: Kinder werden mit viel Erfahrung und Geduld zu sicheren, selbstständigen Skifahrer:innen ausgebildet. Auch wer als Erwachsener noch nie auf Ski stand, kann das in Oberkärnten in nur drei Tagen ändern: Wer in Kärnten Skifahren lernen will, bucht sich also einen Kurs zum Fixpreis von 240 Euro, inklusive Leihausrüstung und täglich zwei Stunden Unterricht – mit Garantie, dass am Ende eine blaue Piste sicher bewältigt wird. Verlässliches Wetter und viel Platz auf den Pisten sorgen dabei für optimale Lernbedingungen.

Tipp für die Vorweihnachtszeit: Mallnitzer Bergadvent

Wenn in Mallnitz die Lichter angehen, bekommt die Vorweihnachtszeit eine ganz eigene Atmosphäre: Beim Mallnitzer Bergadvent verbindet sich ein stimmungsvoller Lichterweg mit einem Adventmarkt, regionaler Kulinarik und Handwerkskunst. Adventsingen und Lesungen in der Almstube ergänzen das Programm, während Kinder bei Rätselrallye und weiteren Angeboten den Advent auf spielerische Weise erleben. Ein stimmungsvoller Kontrast zum aktiven Winterurlaubstag. 

Winterurlaub mit Weitblick

Vier Skigebiete, unterschiedliche Ansprüche und eine Bergwelt, die immer wieder den Blick auf sich zieht: Im Nationalpark-Region Hohe Tauern lässt sich der Winter auf viele Arten erleben. Auf der Piste, im Tiefschnee, beim Winterwandern oder bei einem stimmungsvollen Adventabend – die Dreitausender bilden dabei den gemeinsamen Rahmen.

Gut zu wissen für deinen Winterurlaub in der Nationalpark-Region Hohe Tauern Kärnten

  • Anreise und Distanzen:

    Die vier Skigebiete liegen nah beieinander – der Mölltaler Gletscher ist von Heiligenblut aus in rund 45 Autominuten erreichbar, auch Ankogel-Mallnitz und Emberger Alm liegen innerhalb einer guten Autostunde. 

  • Saisonzeiten:

    Dank seiner Höhenlage startet der Mölltaler Gletscher meist schon im Oktober in die Saison. Heiligenblut, Ankogel-Mallnitz und Emberger Alm folgen in der Regel ab Mitte Dezember, abhängig von der Schneelage.

  • Ausrüstungsverleih:

    Skiverleihstationen gibt es direkt in Heiligenblut, Mallnitz und Flattach sowie bei der Mittelstation am Mölltaler Gletscher und auf der Emberger Alm – wer ohne eigene Ausrüstung anreist, ist also gut versorgt.

  • Mitnahme von Hunden:

    An manchen Liften, etwa in Heiligenblut, dürfen Hunde gegen eine kleine Gebühr mit auf den Berg. Bei den geführten Ranger-Schneeschuhtouren sind sie aus Rücksicht auf die Wildtiere allerdings nicht erlaubt.

Noch mehr Gründe, die Hohen Tauern zu entdecken:

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