Kärntens Genussregionen

Kulinarische Streifzüge durch die Täler Kärntens: Vom Almrind bis zum Zirbenschnaps gibt es dabei viel zu entdecken – und zu verkosten!

Ein Land zum Anbeißen

Ursprünglich bestand die Kärntner Küche aus einer einfachen, oft deftig-bäuerlichen Kost mit viel Getreide, Milchprodukten und Gemüse. Zum Frühstück gab es meist Milch mit Sterz, das Mittagessen bestand aus Suppe, danach Knödel oder diverse Nudeln, Schmalzgebackenes wurde aufgetischt, wenn schwer gearbeitet wurde. All diese „Zutaten“ finden sich auch in der zeitgemäßen Kärntner Küche – heute werden die Haushalte aber mit einer Vielzahl an qualitätsvollen Grundprodukten bereichert. Nicht zufällig gibt es zwischen Lesach- und Lavanttal zahlreiche Genussregionen, an deren Produkten immer mehr qualitätsbewusste Genießer Geschmack finden.

Lavanttaler Spargel

Lavanttal - das „Paradies Kärntens“

Im flacheren Süden des Tales, da, wo man einst regen Weinbau betrieb – eine Tradition, die in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich wiederbelebt wurde – und wo sich die Landschaft in einen einzigen fruchtbaren Obstgarten verwandelt, liegt mit dem Benediktinerstift St. Paul ein Jahrhunderte altes kulturelles Zentrum des Landes. Und rund um St. Andrä, einem der ältesten Orte Kärntens, konzentriert sich der Anbau des weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Lavanttaler Spargels.

Als Sitz des Vereins „Mostbarkeiten“ und eines Obstbaumuseums dient der Zogglhof bei St. Paul. Dieses altehrwürdige Gebäude ist das kulinarische Zentrum für die Region, die vor allem mit ihren bodenständigen Genüssen punkten kann: die Lavanttaler Äpfel tragen Namen wie Maschanska, Renetten, Bohnapfel, Lavanttaler Banane u.ä. Sie liefern spritzigen Most, sortenreine Apfelsäfte, feinen Apfelfrizzante, Apfelessig und sind weithin berühmt. Nicht zufällig begründet der Lavanttaler Apfelwein – so der edle Name des Mostes - auch eine der Genussregionen Österreichs.

Mehr als eine halbe Million Obstbäume verwandeln im Frühsommer das ganze Tal in einen einzigen Blütenrausch – der sich auf zahlreichen Wegen mit urigen Buschenschänken erschließen lässt. Am besten wandert man durch das romantische Granitztal oder lässt sich vom „Mostlandexpress“ den 18 km langen Mostwanderweg zeigen.  

Rosental

Jauntal & Rosental

Von Lavamünd, wo die Lavant in die Drau mündet, die kurz danach Kärnten Richtung Slowenien verlässt, zieht sich mit dem Jauntal ein Landstrich Richtung Westen, der mit gleich zwei österreichischen Genuss-Regionen aufwarten kann.

Die Jauntaler Salami und der Jauntaler Hadn (Buchweizen) prägen hier den ländlichen und gastronomischen Jahreslauf. Zart rosa blühend verwandelt der Buchweizen im Frühsommer die Gegend zwischen Neuhaus und Globasnitz in eine beschauliche Idylle, die mit dem „Hadnblütenfest“ gefeiert wird – eine gute Gelegenheit, um sich in den Wirtshäusern der Region die Vielfalt an Buchweizengerichten schmecken zu lassen! Dabei kann man sich auch gleich die ein oder andere Stange Bauern-Salami mit nach Hause nehmen, das zweite Vorzeigeprodukt des Jauntals. Das Salami-Fest in Eberndorf bietet übrigens jeden August Gelegenheit zum Verkosten und Vergleichen.

Wie das Jauntal so ist auch das zwischen Ferlach und Rosegg im Westen anschließende Rosental durch seine Zweisprachigkeit geprägt. Das Gemisch aus slowenischen und österreichischen Einflüssen bereichert – von der Küche bis zur Kirche – so gut wie alle Lebensbereiche. So heißt etwa der süße Kärntner Reindling hier oft „Pohača“ oder das Verhackerte „Sasaka“ (ist ein Brotaufstrich aus geräuchertem, kleingehacktem Speck).

Mit der Kultivierung der Carnica-Biene und der Produktion von exzellentem Honig hat sich das viel besungene Rosental ebenfalls als Genussregion einen Namen gemacht.

Gailtaler Landmais

Gailtal, Lesachtal & Gitschtal

Schon Paolo Santonino, weit gereister Feinschmecker und Bischofssekretär, der im 15. Jahrhundert im Auftrag des Patriarchen von Aquileia drei Inspektionsreisen nach Kärnten unternahm, schwärmte in seinen Aufzeichnungen von der Qualität der Fische im Gailtal und im Pressegger See. Und auch heute kehrt man gerne auf einen Saibling, eine Forelle oder Äsche in den Gastwirtschaften der Region ein oder nimmt sich aus diversen Zuchtbetrieben fangfrische Fische mit heim.

In den Aufzeichnungen des bischöflichen Feinschmeckers finden sich übrigens auch schon Hinweise auf die beiden aktuellen Vorzeigeprodukte der Region, die heute auch eine der österreichischen Genussregionen begründen: Dem Gailtaler Speck g.g.A und dem Gailtaler Almkäse g.U sind seit Jahren kulinarische Feste in der Region gewidmet (Juni und September), die jedes Mal tausende von Besuchern anziehen. Mindestens sechs Wochen lang muss übrigens der Speck luftgetrocknet werden, damit er den hohen Qualitätskriterien entspricht, die das Produkt zur europaweit einzigartigen Marke macht.

Und auch der würzige Käse der Gailtaler Almsennereien muss strengen Auflagen entsprechen. Als drittes kulinarisches Fest lockt seit einigen Jahren im Oktober das Polentafest nach Nötsch, bei dem sich dann alles rund um den goldgelben Maisgrieß und seine köstlichen Produkte dreht.

Köstlich ist ebenso die Gailtaler Kirchtagssuppe, auch saure oder gelbe Suppe genannt, die bei Brauchtums-veranstaltungen wie dem Kirchtag oder dem so genannten „Kufenstechen“ aufgetischt wird. Aus verschiedenen Fleischsorten und mit viel Rahm und Kräutern gemacht, ist sie fixer Bestandteil des kulinarischen Jahreslaufs.

Heiligenblut im Mölltal

Mölltal & Region Hohe Tauern

Im Mölltal haben sich engagierte Schafbauern zur Arge Glocknerlamm zusammengeschlossen. Bis in die Gletscherregionen hinauf reichen die Weidegründe ihrer Tiere, dementsprechend saftig und würzig ist das Futter, berühmt für seine Qualität ist das Fleisch der Schafe. Lammfleisch, eine der gesündesten Fleischsorten überhaupt (wenig Fett, viel Eiweiß und Mineralstoffe, usw.) bekommt durch die Beweidung dieser hochgelegenen Almen einen besonderen Geschmack von Kräutern und Almgräsern. Frischfleisch und Leberkäse, Selchprodukte oder Krainerwürstel – vielfältige und originelle Spezialitäten aus Lammfleisch kann man alljährlich am dritten Wochenende im September beim Glocknerlamm-Fest in Heiligenblut verkosten.

Speck aus Kärnten

Gurktal, Metnitztal & Görtschitztal

Der Nordosten Kärntens, mit dem Gurk-, dem Görtschitz- und dem Metnitztal, bietet kulturhistorische Kleinode, Natur pur und kulinarische Verlockungen, die ihresgleichen suchen. Wegen der feinen Nudelspezialitäten, luftgetrocknetem Speck und Delikatessen vom Süßwasserfisch lohnt sich der Besuch des sanften, waldreichen Hügellandes der „Norischen Region“ besonders für Feinschmecker.

Auf den Spuren der Heiligen Hemma bewegt sich der Besucher etwa, wenn er einen der erfolgreichen Hemmaland-Wirte besucht, die sich vor allem zum Ziel gesetzt haben, das reiche Wildangebot des Gurk- und des Metnitztals zu nützen (Genussregion Metnitztaler Wild).

Im Gurktal ist es wieder der Speck einheimischer Qualitätsschweine, der zum Markenprodukt geadelt wurde: wobei der Gurktaler „luftgeselchte“ Speck im Unterschied zum Gailtaler Speck nicht geräuchert sondern einfach monatelang an der Luft getrocknet wurde!

Görtschitztaler Milch und Mittelkärntner Blondvieh sind zwischen Brückl und Klein St. Paul daheim – das Muster, nach dem traditionsreiche Lebensmittel zu kulinarischen Spezialitäten werden, ist meist dasselbe: Einige findige (Klein-)Bauern engagierten sich für die Spezialisierung auf ein bestimmtes Produkt, das dann gemeinsam immer weiter veredelt und zunehmend erfolgreich vermarktet wurde.

Fischen am Millstätter See

Lieser-, Malta- & Gegendtal

216 Quadratkilometer groß ist der Nationalpark Nockberge, der mit seinen runden Kuppen als ideales Familien-Wandergebiet bekannt und beliebt ist. Seine Fichten-, Lärchen- und Zirbenbestände zählen zu den größten der Ostalpen – nicht zufällig ist also der Zirbenschnaps eine hochprozentige Spezialität der Region!

Der Kärntner Almochs oder das „Nockberge Almrind“ ist ein weiteres Qualitätsprodukt, das man sich hier unbedingt einmal auftischen lassen sollte. Eingebettet zwischen Tschiernock, Mirnock und Millstätter Alpe liegt schließlich Kärntens zweitgrößter, tiefster und dadurch wasserreichster See: der Millstätter See. Die Reinanken, Hechte, Waller, Schleien etc. vom Millstätter See und der in der Zucht wieder belebte „Kärntna Låxn“, eine spezielle Seeforelle mit rötlichem Fleisch und feinem Geschmack, bereichern nicht nur in der Nockregion die Speisekarten der heimischen Gastronomie.

Die „Arge Oberkärntner Fisch“ hat sich Züchtung und Vermarktung heimischer Süßwasserfische auf ihre Fahnen geheftet und schon jede Menge Erfolge vorzuweisen. In Feld am See im Gegendtal wird alljährlich das Fischfest zelebriert, eine Leistungsschau der Kärntner Fischzucht, die sich sehen – und schmecken – lassen kann!

Wörthersee

Rund um den Wörthersee

Von der Spitzengastronomie am Wörthersee-Ufer über die gemütliche Buschenschank bis zum gediegenen Wirtshaus – die Gastronomie im Kärntner Zentralraum hat viel zu bieten.

Nicht zu vergessen sind dabei die vielen kleinen und mittelständischen Produzenten, deren Spezialitäten man auf den Tellern der Wirtshäuser ebenso finden kann wie auch regelmäßig beim Bauernmarkt am Klagenfurter Benediktinerplatz oder am Villacher St.-Josephs-Platz: Je nach Saison riecht es da nach Speck und harten Würsteln, nach Kren, Bauernbrot und Reinling, nach Käsespezialitäten wie dem „Glundenen“  und Bröseltopfen, der für die Kärntner Nudeln verwendet wird.

Der Alpen-Adria-Gedanke wird hier allerorts gelebt: So bereichern neben Schafmilchspezialitäten aus Unterkärnten und Fischdelikatessen aus Oberkärnten auch Fisch- und Käsestände aus Italien, ein Obstbauer aus der slowenischen Goriska Brda, u.ä.m. das Angebot für den kulinarisch interessierten Konsumenten.

Das Wetter heute, 10. Dezember 2018

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